Hannover will die Talfahrt gegen Bremen stoppen

Hannover 96 gegen den SV Werder Bremen am Freitag (20.30 Uhr) ist ein Spiel der unterschiedlichen Vorzeichen: Während sich die Gäste nach katastrophalem Saisonstart in den letzten Wochen aus dem Abstiegskampf befreit haben, drohen die Hausherren durch eine Schwächephase in ebenjenen noch hineingezogen zu werden.

Die Hannoveraner sind mit zuletzt fünf Pleiten in Folge das formschwächste Team der Bundesliga. Mit Borussia Mönchengladbach (0:1), Eintracht Frankfurt (0:1), dem FC Augsburg (1:3), Borussia Dortmund (0:1) und am vergangenen Wochenende RB Leipzig (2:3) waren die Gegner allerdings auch allesamt keine leichten. Gerade am letzten Samstag gegen die „Roten Bullen“ hatte die Mannschaft von Trainer André Breitenreiter Charakter gezeigt und zweimal den Anschlusstreffer erzielt, nur um am Schluss doch knapp zu unterliegen. Zusätzlich zu den schlechten Ergebnissen kommen bei den 96ern die Personalsorgen. Die Innenverteidiger Waldemar Anton (Muskelsehnenverletzung), Florian Hübner (Zerrung) und Felipe (Muskelfaserriss) sowie Stürmer Jonathas (Muskelfaserriss) werden definitiv fehlen. Die Einsätze von Salif Sané und Pirmin Schwegler sind noch fraglich. Mit Josip Elez ist nur ein echter Innenverteidiger zu hundert Prozent fit. Coach Breitenreiter will diesen defensiven Engpass allerdings nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir werden elf Spieler auf den Platz bekommen, die ihre bestmögliche Leistung bringen“, kündigte der 44-Jährige an.

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Während die Niedersachsen also auf der Suche nach dem Umschwung sind, würde sich in Bremen wohl niemand beschweren, wenn alles so weiter liefe wie in den letzten Wochen. Die Grün-Weißen sind seit fünf Partien ungeschlagen und holten in dieser Zeit 13 von möglichen 15 Punkten. In Hannover könnten die Bremer mit einem Sieg den endgültigen Schritt raus aus dem Abstiegskampf machen. Trainer Florian Kohfeldt hat unter der Woche zudem seinen Vertrag an der Weser verlängert und blickt bereits in eine bessere Werder-Zukunft: „Wir sollten in den nächsten Jahren nicht nur darüber nachdenken, die Klasse zu halten, sondern deutlich erfolgreicher sein.“ Für den 35-Jährigen ist das Duell mit 96 ein besonderes. In der Hinrunde feierte er beim 4:0 über Hannover seinen ersten Sieg als Bundesliga-Trainer und leitete damit gleichzeitig die Trendwende nach schwachem Saisonbeginn ein. Stürmer Aron Jóhannsson (Bänderverletzung) sowie die Verteidiger Ludwig Augustinsson (Oberschenkelverletzung) und Niklas Moisander (Gelbsperre) werden bei Werder aussetzen müssen. Dafür könnte Mittelfeldspieler Jérôme Gondorf vier Wochen nach seiner Blinddarm-Operation sein Comeback geben.

Hannover 96: Tschauner – Sorg, Sané, Elez – Korb, Ostrzolek – Schwegler, Bakalorz – Klaus, Bebou – Füllkrug

SV Werder Bremen: Pavlenka – Gebre Selassie, Veljković, Langkamp, Friedl – Bargfrede – Eggestein, Delaney – Belfodil, Junuzović – Kruse

Der SV Werder Bremen könnte sein Punktekonto mit einem Auswärtssieg auf 39 Zähler aufstocken und sich somit wohl auch der letzten Abstiegssorgen entledigen. Hannover 96 hätte bei einem Erfolg über Werder 35 Punkte, muss aber eher nach unten blicken. Im Falle einer Niederlage könnte der Vorsprung auf den Relegationsplatz nur noch drei Zähler betragen.