Harit reift zum Führungsspieler

Amine Harit wechselte im Sommer 2017 vom französischen Erstligisten FC Nantes zum FC Schalke 04. Damals war noch niemandem klar, welch gewichtige Rolle der Offensivmann bei den „Knappen“ einnehmen würde.

Harit kam als wendiger, technisch begabter junger Mann nach Gelsenkirchen. Sicher war, der Neuzugang ist gut im Dribbling und kann Schalke auf Dauer verstärken. Dass der 20-Jährige so schnell einschlagen würde, war allerdings nicht zu erwarten. Auf Anhieb spielte sich der Franzose in der Stammelf von Trainer Domenico Tedesco fest und verpasste seither kaum ein Pflichtspiel der „Knappen“. In 19 Bundesliga-Partien gelangen ihm drei eigene Tore und sieben Assists. Harit hat sich das Prädikat „Königstransfer“ verdient.

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Mindestens genauso wichtig wie die Statistik und seine Torbeteiligungen ist allerdings der Fakt, dass der Offensivspieler mit fortlaufender Dauer der Saison mehr und mehr Verantwortung auf dem Platz übernimmt. Harit fordert den Ball, initiiert Angriffe und traut sich das Eins-gegen-eins mit dem Gegenspieler zu. Der Franzose durchläuft in rasantem Tempo einen Reifeprozess. In Nantes hatte er noch das Problem, dass seine Kunst am Ball oft brotlos blieb. Inzwischen hat Harit deutlich mehr Zug zum Tor.

Franzose tritt aus dem Schatten

Beim 2:0-Erfolg in Stuttgart traf der Angreifer zum Endstand – per Elfmeter. Harit nahm sich den Ball und brachte ihn sicher im Netz unter. Sportvorstand Christian Heidel erklärte nach der Partie, dass alle Beteiligten davon überrascht waren, dass sich der Youngster die Kugel schnappte. Der verwandelte Strafstoß war nicht das erste Mal, dass Harit Verantwortung übernahm: Beim 4:4 im Derby in Dortmund verletzte er sich am Bein, spielte die Partie jedoch trotz großer Schmerzen zu Ende und trug seinen Teil zur geglückten Aufholjagd bei.

Im Sommer verliert Schalke mit Leon Goretzka einen Leader auf dem Platz. Dieser entschied sich für einen Wechsel zum FC Bayern. Nun, da klar ist, dass der Nationalspieler Königsblau nicht über die Saison hinaus zur Verfügung stehen wird, tritt Harit mehr und mehr aus dem Schatten und zeigt, dass er imstande ist, zu einem Führungsspieler zu werden. Für Heidel gibt es jetzt nur eine Aufgabe: Er muss lieber zu früh als zu spät mit dem Franzosen verlängern.