Hasenhüttl und der kleine Kader

Nur auf dem fünften Tabellenplatz hat RB Leipzig die Hinrunde abgeschlossen, für die eigenen Anprüche ist das zu wenig. Bisher ohne Neuzugänge, dafür mit zwei Abgängen, startet die Mannschaft am Samstagabend gegen den FC Schalke 04 in die zweite Hälfte der Saison. Der ohnehin schon schmale Kader wird dadurch erneut kleiner.

Alternativlos im Tor ist Péter Gulácsi. Der Ungar zählt zu den besten Keepern der Liga, Ersatzmann Yvon Mogo kam bisher nur zu einem einzigen Einsatz. In der Abwehrzentrale stehen nach dem Wechsel von Marvin Compper zu Celtic Glasgow, dessen Einsatzzeit aber sowieso gering ausfiel, nur noch drei Spieler zur Verfügung. Dayot Upamecano und Kapitän Willi Orban bildeten bereits in der Hinrunde meistens das Innenverteidiger-Duo, der junge Ibrahima Konaté muss sich noch in der Bundesliga zurechtfinden. Während auf der Rechtsverteidiger-Position dank Lukas Klostermann keine Fragen offen sind, sieht es aus auf der linken Seite anders aus: Marcel Halstenberg erholt sich gegenwärtig noch von einem dreifachen Mittelhandbruch. Sollte er ausfallen, steht der Brasilianer Bernardo bereit, um die Lücke zu füllen.

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Im 4-4-2 setzte Trainer Ralph Hasenhüttl bisher ausschließlich auf eine Doppel-Sechs. Fraglich ist also, wer die Rolle neben Platzhirsch Naby Keïta einnimmt. Diego Demme beispielsweise, er wäre die Lösung für kampfstarke Gegner. Kevin Kampl hingegen ist ein hervorragender Spielmacher, der seine Qualitäten im bisherigen Saisonverlauf bereits unter Beweis gestellt hat. Auch Stefan Ilsanker und Konrad Laimer kommen infrage, stehen in der Hierarchie jedoch eher hinten an. Kampl hat zudem den großen Vorteil, auch auf den offensiven Außen einsetzbar zu sein, wo durch die mysteriöse Verletzung von Emil Forsberg ein Platz frei ist. Marcel Sabitzer ist nach auskurierter Schulterverletzung wieder fit, auch Sommer-Neuzugang Bruma hat gute Chancen.

Coutinho-Millionen könnten gefährlich werden

„Die Vereine können sich den Anruf für Timo Werner sparen“, sagte RB-Vorstandschef Oliver Mintzlaff vor einigen Tagen über seinen begehrten Nationalstürmer. Werner ist im Sturmzentrum natürlich erste Wahl. Jean-Kévin Augustin, der vor der Saison aus Paris geholt wurde und furios startete, enttäuschte zuletzt. Youssuf Poulsen ist der dritte Mittelstürmer im Bunde. Der Däne hat die Sachsen aus der dritten Liga bis nach ganz oben begleitet und steht aktuell vor Augustin.

Hasenhüttl hat nicht besonders viel Auswahl, mit 23 Spielern ist der Leipziger Kader der kleinste der Liga. Solange alle verletzungsfrei bleiben, ist das kein Problem – es hat sich jedoch auch gezeigt, dass RB Ausfälle wie Forsberg nur schwer kompensieren kann. Ein kleines Fragezeichen in der Personalrochade steht noch hinter Keïta. Der Mittelfeldspieler verlässt Leipzig im Sommer definitiv gen Liverpool. Die „Reds“ könnten durch die Coutinho-Millionen jedoch nochmal ein Angebot für einen Wintertransfer nachlegen. Noch blockt RB in diese Richtung allerdings ab.