Hat Schalke das Siegen verlernt?

Der FC Schalke 04 reiht sich nach dem 19. Spieltag hinter dem FC Bayern und Bayer 04 Leverkusen auf dem dritten Tabellenplatz ein. In den vergangenen Wochen ließ Königsblau allerdings einige Punkte liegen. Hat der Verein das Siegen plötzlich verlernt?

Den Blick auf das Tableau verbindet Schalke 04 aktuell mit Zufriedenheit. Der dritte Platz würde am Ende die direkte Champions League-Qualifikation bedeuten, das Saisonziel wäre mehr als erfüllt. Dass die Situation derart positiv aussieht, liegt aktuell allerdings besonders an der Konkurrenz. Denn S04 gewann nur eines der vergangenen sieben Bundesliga-Spiele. Zwar verlor das Team im selben Zeitraum ebenfalls nur eine Partie, durch die Vielzahl an Unentschieden musste Schalke aber immer wieder Federn lassen.

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Besonders schmerzhaft in der aktuellen Tabellensituation (Platz zwei bis sieben trennt nur ein Zähler) sind die Punkteteilungen, die aus Sicht der „Knappen“ durchaus vermeidbar gewesen wären. Beim 2:2 gegen den 1. FC Köln am 14. Spieltag lag der Tabellendritte gleich zweimal in Front, am vergangenen Wochenende gegen Hannover 96 (1:1) wurde ebenfalls eine Führung hergeschenkt. Die Elf von Trainer Domenico Tedesco scheint Probleme zu haben, wenn sie selbst das erste Tor erzielt.

Lethargie kostet wichtige Punkte

Oft verfällt Königsblau in Muster aus der vergangenen Spielzeit. Die Mannschaft wirkt zum Teil lethargisch, scheint nach Führung einen Gang zurückzuschalten. Dafür bekam S04 nun mehrfach die Quittung. Hätte Schalke die genannten Partien konsequent zu Ende gespielt, stünde die Mannschaft mit einem recht deutlichen Vorsprung auf dem zweiten Tabellenplatz. Besser machen es die „Knappen“, wenn sie in Rückstand geraten: In Dortmund (4:4), Gladbach (1:1) und Frankfurt (2:2) lag S04 zurück und kam am Ende noch zu einem Punktgewinn.

Diese Unentschieden zeigen, dass Königsblau Qualität besitzt. Tedescos Aufgabe wird es sein, seine Schützlinge so einzustellen, dass sie auch in Führung liegend bis zum Ende an ihre Leistungsgrenze gehen. In der ausgeglichenen Bundesliga nämlich reichen 90 Prozent nicht für einen Sieg. So gut die Mentalität bei Rückständen ist, so schlecht scheint sie bei eigenem Vorsprung zu sein. Dieses Problem gilt es für Tedesco in den kommenden Wochen zu lösen.