Heimweh im Bollwerk

Technisch, offensiv, ästhetisch. Adjektive, die eher selten mit dem Fußball des SC Freiburg in Verbindung gebracht werden. Doch in dieser Saison krankt ausgerechnet die Defensive. Warum ist der Sportclub so schwer zu schlagen?

Denkt man an die am längsten ungeschlagene Mannschaft des aktuellen Bundesliga-Jahres, tippt man schnell auf den FC Bayern München. Doch es ist der beschauliche SC Freiburg, der sich seit nunmehr acht Partien keinem Gegner mehr geschlagen geben musste. Eine solche Serie konnten die Breisgauer zuletzt im März/April 2012 verzeichnen. Auch in den vergangenen beiden Wochen ließen die Freiburger aufhorchen, indem die Mannen von Christian Streich erst RB Leipzig schlugen (2:1) und schließlich den BVB am Rande einer Niederlage hatten (2:2).

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Doch trotz des starken Jahreswechsels und der angesprochenen Serie gibt es ein Sorgenkind im Breisgau: die Defensive. Allerdings wäre es zu banal für eine Freiburger Mannschaft, wenn sie schlichtweg zu viele Tore kassieren würde. Schließlich gilt der SCF gemeinhin als zweikampfstark und, wie es im Volksmund heißt, „unangenehm“ zu bespielen. Stattdessen zeigt sich der Sportclub vor allem auf fremden Plätzen extrem anfällig.

Reisen ist des Freiburgers Angst

Die Freiburger kassierten 28 Gegentore auf fremden Plätzen, in acht von zehn Partien liefen sie dazu einem Rückstand hinter her. Einzig in Köln sprang dabei am Ende noch ein Sieg heraus. Zuhause sind diese Probleme nahezu unbekannt, nur ein Fünftel aller Gegentore fiel auf eigenem Rasen (7). Folglich musste sich Freiburg daheim auch nur dem FC Schalke 04 geschlagen geben.

„Ich weiß nicht, ob das was Psychisches ist, wir zerbrechen uns schon alle die Köpfe, woran das liegen könnte“, sagte Torwart Alexander Schwolow bereits im Dezember nach dem Pokal-Aus in Bremen, seitdem verlor Freiburg seine Auswärtspartien immerhin nicht. Trotzdem bleibt es bedenklich, gerade im Hinblick auf den sich möglicherweise noch mal zuspitzenden Abstiegskampf. Im Saisonendspurt muss der SCF nämlich auswärts bei zwei potenziellen Konkurrenten antreten (Mainz und Hamburg). Bis dahin sollte die Reiseangst besser behoben sein.