Heldt: „Der Höhepunkt der Ungerechtigkeit erreicht“

Erst vor knapp zwei Wochen wurde der dauerhafte Einsatz des Videobeweises in der Fußball-Bundesliga mit nur einer Stimme Enthaltung beschlossen. Mit dieser Einigkeit der Bundesligisten ist es aber schon wieder vorbei.

„Bis vor kurzem waren wir klarer Verfechter des Videobeweises, auch wenn wir einige Male klar benachteiligt wurden. Jetzt rücken wir von der Position ab. In diesem momentanen Zustand ist es nicht akzeptabel“, sagte Sportdirektor Horst Heldt bei Sport1. „Wegen der Häufigkeit der offensichtlichen Fehlentscheidungen in diesem Spiel haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. In anderen Thematiken werden die Vereine zu Stellungnahmen aufgefordert – jetzt erwarte ich das Gleiche.“

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Der Zorn Heldts entzündete sich vor allem an der Entscheidung, das zunächst von Schiedsrichter Guido Winkmann gegebene Tor zum 3:3 durch Niclas Füllkrug (82.) zurückzunehmen – nach dem Eingreifen des Video-Assistenten Robert Kampka. Zudem waren laut Heldt die ersten beiden Tore der Leipziger irregulär. „Es steht eindeutig in den Statuten des DFB, wann der Video-Assistent sich einschalten darf – und wann nicht. Nämlich nur bei klaren und eindeutigen Fehlentscheidungen“, äußerte der Sportchef. „Jetzt sind wir glaube ich alle einer Meinung, dass diese Szene nicht unter dieses Kriterium fällt. Unabhängig, dass die Kalibrierung nur beim Fernsehen zugelassen ist, und nicht in Köln – ist es eben nicht eindeutig. Und da fängt die Ungerechtigkeit und der Zorn an.“

Zusätzlich bringt die uneinheitliche Auslegung Heldt auf die Palme. „Eineinhalb Stunden nach unserem Spiel rennt Robert Lewandowski aus einer Abseitsstellung heraus alleine aufs Tor zu. Der Treffer wird gegeben, es gibt keinen Hinweis aus Köln, es wird nicht kontrolliert“, sagte der 48-Jährige mit Blick auf die Partie zwischen Bayern München und Borussia Dortmund (6:0). „Ich kann mich nicht einmal einmischen – und einmal nicht. Mit unserem Spiel gegen Leipzig und der Partie in München wurde der Höhepunkt der Ungerechtigkeit erreicht.“

(sid)