Heldt über sein besonderes Verhältnis zu Martin Kind

Foto: Stuart Franklin/Bongarts/Getty Images

Es sah in der Vergangenheit nicht immer so aus, als würde Horst Heldt seine berufliche Zukunft in Hannover sehen. Erst stand ein Wechsel zum 1. FC Köln im Raum, danach wurde intensiv mit dem VfL Wolfsburg verhandelt. Nun plant der 48-Jährige seine langfristige Zukunft aber offenbar doch in Niedersachsen.

„Ich kann nur zeigen, dass ich die Aufgabe hier in Hannover annehme und professionell erfülle. Und das mache ich in jeder Minute“, sagte Heldt im Kicker-Interview mit Blick auf seine Zukunft. „Aber das kann ich den Leuten schwer beweisen, und glauben würden es viele nach der Vorgeschichte mit Köln und Wolfsburg wohl auch nicht. Das kann ich verstehen.“ Sollte Präsident Martin Kind ihm den ausgehandelten Vertrag als Geschäftsführer bei 96 erneut vorlegen, würde Heldt keine Sekunde mit der Unterschrift zögern. „Der Reiz, diesen Traditionsverein auf die nächste Ebene zu begleiten und ihn nachhaltig zu gestalten, war von Beginn an da. Das ist immer noch so, langweilig ist es mir hier nicht geworden“, betonte er.

- Anzeige -

„Ich würde persönlich das eine oder andere heute vielleicht anders machen. Aber wir haben unsere Ziele erreicht: Aufstieg, Klassenerhalt. Wir haben damit angefangen, etwas Neues aufzubauen. Ich mache hier – mit vielen anderen – meinen Job“, führte Heldt aus. Ganz oben auf der Agenda des Sportchefs steht die Vertragsverlängerung mit Trainer André Breitenreiter. „Wir haben es ihm persönlich und ja auch öffentlich gesagt, dass wir gerne mit ihm verlängern wollen. Sein Signal ist, dass er sich das auch gut vorstellen kann“, sagte Heldt. „Ich tausche mich mit Andrés Management inhaltlich aus, um eine gemeinsame Richtung definieren zu können. Unser Wunsch ist, vor Saisonbeginn den Vertrag zu verlängern.“ Der Spielraum für neue Spieler ist begrenzt, auch das Trainingslager in Velden startet 96 ohne Neuzugänge.

„Seine Lebensleistung ist mehr als bemerkenswert“

Mit Blick auf die zukünftige Zusammenarbeit mit Präsident Kind zog der 48-Jährige ein emotionales Fazit: „Das ist ein bisschen wie in einem Vater-Sohn-Verhältnis. Ich habe keinen leiblichen Vater mehr. Ich habe mich auch schon über Martin Kind aufgeregt, und es ist ja normal, dass wir mal unterschiedlicher Meinung sind. Aber ich schätze und ehre ihn. Ich fühle mich mit Martin Kind verbunden. Seine Lebensleistung ist mehr als bemerkenswert. Wahrscheinlich wäre unsere Art der Zusammenarbeit mit keinem anderen Präsidenten so möglich. Mit ihm ist es das. Weil er für viele Sachen steht, für die ich auch gerne stehen und leben will. Ich krieg’s aber nicht so hin.“