Herrlich: „Fühlt sich eher wie eine Niederlage an“

Bei Bayer 04 Leverkusen geht nach dem 0:0 gegen den FC Augsburg die Angst um, wie schon in der Vorsaison die Champions League zu verpassen. Nur zwei Chancen konnte sich die „Werkself“ am Samstag erspielen.

„Für uns fühlt sich das Unentschieden eher wie eine Niederlage an“, sagte Trainer Heiko Herrlich, der zum 50. Mal in der Bundesliga als Trainer auf der Bank gesessen hatte. Der 46-Jährige attestierte seinem Team zwar zu Recht eine deutliche Leistungssteigerung im Vergleich zur 0:2-Derbypleite beim 1. FC Köln zwei Wochen zuvor. Lediglich Kevin Volland (57.) und Charles Aránguiz (93.) kamen jedoch gefährlich vor das FCA-Gehäuse.

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Dass Senkrechtstarter Leon Bailey gerade eine Schwächephase durchlebt und Torjäger Lucas Alario noch zwei Spiele gesperrt ist, macht die Sache für Bayer in den kommenden Spielen gegen die direkten Konkurrenten RB Leipzig am 9. April in Sachsen und Eintracht Frankfurt fünf Tage später nicht einfacher. „Wir müssen in den nächsten Spielen vor dem Tor deutlich konsequenter sein“, forderte Herrlich deshalb für die nächsten Wochen, in denen auch noch das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Bayern München und das Duell in Dortmund auf dem Programm stehen.

„Das müssen wir schnell wieder ändern“

„Wir spielen zum Glück noch gegen unsere direkten Konkurrenten und können in den kommenden drei Wochen gegen diese Teams viele Punkte sammeln. Wir müssen uns vor niemanden verstecken, auch nicht vor den Bayern“, sagte Julian Brandt, nachdem der erste Ärger über „zwei verlorene Punkte“ verraucht war. Der 21-Jährige hatte zuvor aber deutlich den Finger in die Wunde gelegt: „Wir sind um die Box herum nicht mehr zielstrebig genug. Das müssen wir schnell wieder ändern, wenn wir am Ende nicht mit leeren Händen dastehen wollen.“

Dass die Teilnahme an der Europa League nur ein Trostpreis wäre, sagte Brandt, dessen vermeintlicher Siegtreffer in der 65. Minute zu Recht nach Videobeweis wegen einer Abseitsstellung von Bailey nicht anerkannt wurde, durch die Blume: „Ich strebe nach dem Bestmöglichen, und das ist die Champions League.“ Das gilt auch für Leno, für den Bayer trotz der jüngsten beiden Rückschläge noch gut im Rennen liegt. „Wir haben uns unnötig selbst in eine Drucksituation gebracht, dürfen jetzt aber nicht in Panik verfallen. Wir haben alles noch selbst in der Hand, das ist das Positive“, erklärte der Schlussmann.

(sid)