Hertha dreht Spiel beim HSV

Der Hamburger SV bleibt weiterhin in akuter Abstiegsnot: Gegen Hertha BSC verlor der „Dino“ am Samstag mit 1:2 (1:0). HSV-Coach Christian Titz sah bei seinem Debüt eine couragierte Leistung seiner Elf, die insgesamt aber nicht konstant genug auftrat. Berlin reichte eine starke Phase.

Titz tauschte munter durch und brachte gleich fünf neue Spieler in der Startelf: Nach der hohen Niederlage in München (0:6) saß Kyriakos Papadopoulos zunächst auf der Bank. Gar nicht im Kader waren Dennis Diekmeier, Walace und Sven Schipplock, die gegen den Rekordmeister noch von Beginn an gespielt hatten. Neu im Team waren Matti Steinmann, Jann-Fiete Arp, Tatsuya Itō und Lewis Holtby. Auch im Tor tauschte Titz das Personal: Für Christian Mathenia (Bank) begann Julian Pollersbeck zwischen den Pfosten. Hertha-Coach Pál Dárdai nahm im Vergleich zum 0:0 gegen Freiburg zwei Änderungen vor: Für Peter Pekarík und Salomon Kalou (Bank) begannen Maximilian Mittelstädt und Vladimír Darida.

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Die Partie in der Hansestadt startete verhalten. Die Hertha hatte mehr Ballbesitz, der HSV war um Kompaktheit bemüht. Den ersten Abschluss verbuchte Douglas Santos für die „Rothosen“, Gefahr erzeugte er aber kaum (10.). Der HSV kombinierte flüssig und machte einen guten Eindruck. Hamburg war den Gästen beinahe in allen Belangen etwas überlegen, es fehlten allerdings die zwingenden Torchancen. Auf der anderen Seite wurde es praktisch aus dem Nichts richtig gefährlich: Darida kam aus der Drehung zum Abschluss, Pollersbeck reagierte grandios (18.).

Die Hauptstädter wurden nun stärker, das Tor aber machte der HSV: Filip Kostić schickte Santos, der den Ball durch die Beine von Rune Jarstein hinweg im Netz versenkte (25.). Die Führung tat Hamburg gut. Die Gastgeber wurden bissiger. Rick van Drongelen kam zu einer Kopfballchance, platzierte das Leder aber nicht genau genug (35.). Auf der Gegenseite hatte Vedad Ibišević eine riesige Möglichkeit zum Ausgleich, scheiterte aus kurzer Distanz aber an Pollersbeck (39.). Wenig später ging es in die Kabinen.

Berlin zieht das Tempo an und geht in Führung

Der zweite Durchgang lief verhalten an. Nach zwei ungefährlichen Abschlüssen durch Valentino Lazaro (49.) und Marvin Plattenhardt (52.) gelang der „Alten Dame“ zehn Minuten nach Wiederanpfiff allerdings der Ausgleich: Im Anschluss an eine Flanke von Plattenhardt war Lazaro zur Stelle und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie (56.). Der kurz darauf eingewechselte Kalou stellte die Partie dann auf den Kopf. Arne Maier setzte sich auf rechts durch und bediente den Stürmer in der Mitte. Der Mann von der Elfenbeinküste hatte keine Probleme, auf 2:1 zu stellen (63.).

Nach dem Rückstand fiel Hamburg nicht mehr viel ein. Hertha stellte die Angriffsbemühungen wieder weitestgehend ein und ließ den HSV anrennen. In der Schlussphase setzten sich die „Rothosen“ in der Hälfte der Hauptstädter fest. Klare Chancen jedoch erspielte sich Hamburg nicht. Die Gäste ließen nichts mehr anbrennen und fuhren am Ende drei Zähler ein. Für Hamburg rückt der erste Abstieg der Vereinsgeschichte immer näher.