Hertha nach Erfolg in Leverkusen obenauf

Ausgerechnet beim Tabellenzweiten Bayer 04 Leverkusen ist Hertha BSC am Samstag der erste Sieg nach der Winterpause geglückt (2:0). Die Berliner waren in den entscheidenden Momenten eiskalt und konnten deshalb „mit einem richtig guten Gefühl nach Hause“ fahren.

Trainer Pál Dárdai war mit dem Auftritt seiner Mannschaft mehr als einverstanden. „Die Jungs haben von Anfang an Gier, Leidenschaft und große taktische Disziplin gezeigt. Wir haben nach vorne verteidigt und in den richtigen Momenten Tore geschossen. Deswegen haben wir gewonnen“, lobte der 41-Jährige, der auch das zehrende Pokalspiel der Leverkusener (4:2 n.V. gegen Werder Bremen) als wichtigen Faktor hervorhob: „Wir haben ausgenutzt, dass der Gegner unter der Woche 120 Minuten gespielt hat. Mit Pressing kann man den Gegner dann gut unter Druck setzen und hier Punkte mitnehmen.“

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Valentino Lazaro hatte die Hertha mit seinem ersten Saisontor kurz vor der Pause in Führung gebracht. „Das war eine sehr ereignisreiche und hart umkämpfte Partie“, sagte der 21-jährige Österreicher nach dem Schlusspfiff. „Ich freue mich natürlich auch darüber, dass ich endlich mein erstes Tor in der Bundesliga erzielen konnte.“ Der andere Berliner Torschütze, Salomon Kalou, schielt in der Tabelle schon vorsichtig nach oben: „Für uns ist in der Tabelle noch alles möglich – außer Bayern München einzuholen. Ich bin froh, dass ich wieder getroffen habe. Es ist immer wichtig für mich zu treffen, vor allem hilft es aber dem Team.“

Indirekter Freistoß sorgt für Gesprächsstoff

Eine kuriose Szene hätte die Leverkusener 20 Minuten vor Spielende fast zurück in die Partie gebracht. Nachdem Torwart Rune Jarstein den Ball zweimal mit der Hand aufgenommen hatte, erhielt Bayer 04 einen indirekten Freistoß aus sechs Metern. „Ich wusste nicht, dass ich den Ball in dieser Situation vor dem indirekten Freistoß nicht aufnehmen darf“, rechtfertigte sich der Norweger. „Ich hatte den Ball zuvor nicht festgehalten, sondern nur berührt. Das habe ich mein ganzes Fußballleben schon so gemacht, auch in der aktuellen Saison.“

Letztendlich blieb der Fauxpas ohne Konsequenzen und war den Hauptstädtern entsprechend unwichtig. „Keine Ahnung, ob das ein Freistoß war – wir hätten uns sicherlich mehr aufgeregt, wenn der Ball reingegangen wäre“, meinte Fabian Lustenberger. „So bleibt als Fazit, dass wir zu Null in Leverkusen gewonnen haben. Den Sieg haben wir uns über die 90 Minuten verdient und fahren mit einem richtig guten Gefühl nach Hause.“ Jordan Torunarigha, der nach 54 Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, erlitt laut Dárdai einen „Pferdekuss im Rückenbereich“.