Starker „Wölfe“-Kader muss endlich liefern

Nach der schwachen letzten Saison, an deren Ende ein 16. Platz und die Relegation gegen Lokalrivalen Eintracht Braunschweig stand, wollte der VfL Wolfsburg sich in dieser Spielzeit wieder weiter nach oben in der Tabelle orientieren. Mit bislang überschaubarem Erfolg.

Nach einem Drittel der Saison ziehen sowohl Experten als auch Laien gerne ein erstes Fazit. Haben die Winter-Einkäufe eingeschlagen? Hat der neue Trainer das Spiel der Mannschaft positiv verändert? Ist eine Entwicklung im Vergleich zur abgelaufenen Spielzeit zu erkennen? Bei den „Wölfen“ aus der Autostadt ist eine Verbesserung eingetreten. Allerdings nicht in dem Maße, in dem sich das Verantwortliche sowie Spieler gewünscht und vorgestellt hatten. Auch die Entlassung von Ex-Coach Andries Jonker nach dem 0:1 gegen den VfB Stuttgart am vierten Spieltag hat sich bislang zumindest nicht in Ergebnissen manifestiert. Bei Jonkers Abgang standen die Niedersachsen mit vier Punkten auf Rang 14, nach sieben Partien unter Martin Schmidt stehen elf Punkte nach elf Spielen zu Buche. Und Rang 14.

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Sieben Unentschieden in Folge ist die Bilanz, die Ex-Mainz-Trainer Schmidt vorweisen kann. Immerhin spielerisch präsentierte sich der VfL unter dem Schweizer verbessert. Dennoch schafft es die Mannschaft einfach nicht zu gewinnen. Und das trotz des hohen Potenzials, das im Kader steckt. Im Sommer wurde wieder ordentlich investiert. Für mehr als 50 Millionen Euro kauften die Wolfsburger ein. Für John Anthony Brooks, Ignacio Camacho und Nany Landry Dimata wurden jeweils sogar zweistellige Millionenbeträge entrichtet.

Schmidt muss aus den vielen Stars ein Kollektiv formen

Spieler wie Jeffrey Bruma, Josuha Guilavogui, Maximilian Arnold, Yunus Malli, Jakub Błaszczykowski, Daniel Didavi und Kapitän Mario Gómez haben bereits bewiesen, dass sie über überdurchschnittliche Bundesliga-Qualität verfügen. Der Niederländer Riechedly Bazoer und der Belgier Divock Origi gehörten noch vor kurzem zu den begehrtesten europäischen Talenten. Die Mannschaft ist personell gespickt mit Versprechungen in Form großer Namen und aufregender, junger Spieler. Und dennoch scheitert Wolfsburg Woche um Woche, der Qualität des Kaders angemessene Leistungen zu liefern.

Doch auch die ärgsten VfL-Kritiker müssen eingestehen, dass die Niedersachsen in einigen Partien nur unglücklich die drei Punkte liegen ließen. Seit Schmidt übernommen hat, lässt sich ein verbessertes, strukturierteres Offensivspiel beobachten. Am vergangenen Spieltag beim spektakulären 3:3 gegen Hertha BSC verzeichnete der deutsche Meister von 2008/09 ganze 20 Torschüsse, doppelt so viele wie die Gäste. Doch ein verschossener Foulelfmeter von Gómez, gleich zwei nach Videobeweis aberkannte Treffer und einige vergebene Hochkaräter ließen keine bessere Punkteausbeute zu. Coach Schmidt muss in erster Linie an der Effektivität seines Teams arbeiten und versuchen, aus einer Ansammlung an Stars eine echte Mannschaft zu formen. Sonst könnte den „Wölfen“ auch in dieser Saison wieder ein nervenzehrender Abstiegskampf bevor stehen.