Hoeneß hätte sich Entschuldigung von Özil gewünscht

Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty Images

Uli Hoeneß bereut seine scharfe Kritik an Mesut Özil überhaupt nicht und hätte sich von dem zurückgetretenen Nationalspieler nach dem Erdoğan-Foto eine Entschuldigung gewünscht. Dem DFB wirft der Präsident des FC Bayern München ein mangelhaftes Krisenmanagement vor.

„Der Spieler hat mit dem Erdoğan-Foto einen Fehler gemacht. Er hätte sich entschuldigen müssen und gut wäre es gewesen“, sagte Hoeneß bei einer CSU-Veranstaltung in Bad Wiessee. Von seiner emotionalen Abrechnung mit Özil, wolle er „kein Wort“ zurücknehmen, sagte der 66-Jährige gegenüber Sport1. „Der hat seit Jahren einen Dreck gespielt. Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. Für mich ist Mesut Özil seit Jahren ein Alibi-Kicker gewesen“, hatte der 66-Jährige vor anderthalb Wochen erklärt (Lattenkreuz berichtete).

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Özil hatte bei seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft eine Rassismus-Debatte angestoßen. „Ich habe meine private Meinung zu seiner sportlichen Leistungsfähigkeit gesagt. Ich habe nie darüber nachgedacht, ob er türkische Wurzeln hat, wo er geboren wurde, oder an was er glaubt“, sagte Hoeneß, der dem Verband vorwarf, dass man sich „von den Medien und seinem Umfeld eine politische Diskussion aufdrängen lassen“ habe. „Da haben auch viele Politiker populistisch mitgemacht“, sagte Hoeneß, der das Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland an einem vermeintlich fehlenden Fokus festmacht: „Hätten unsere Nationalspieler weniger gedaddelt, hätten sie nachts besser geschlafen und nicht während des Spiel.“

„Kann verrückte Dinge ausschließen“

Bezüglich des Vereinsfußballs erklärte Hoeneß derweil, weiterhin Vernunft beim FC Bayern walten lassen zu wollen. „So lange wir verantwortlich sind, kann ich verrückte Dinge wie 200 Millionen Euro Ablöse ausschließen“, sagte der 66-Jährige. Gleichwohl aber könne er sich durchaus „einen Transfer für 50, 60 oder 80 Millionen“ vorstellen, „wenn wir auf einer Position Probleme sehen“. Das werde aber die Ausnahme bleiben, stellte Hoeneß klar. In der laufenden Transferphase haben sich die Münchner bislang zurückgehalten: Leon Goretzka kam ablösefrei vom FC Schalke 04, zudem wurde das kanadische Talent Alphonso Davies für bis zu 19 Millionen Euro aus Vancouver verpflichtet.

(sid)