Hohe Intensität: Schwarz will keine Rücksicht nehmen

Foto: Simon Hofmann/Bongarts/Getty Images

Der nächste Härtetest steht an: Am Dienstagabend (18.30 Uhr) testet der 1. FSV Mainz 05 gegen Premier League-Klub West Ham United. Trotz der schwülen Temperaturen verzichtet Trainer Sandro Schwarz nicht auf intensive Einheiten zum Start.

„Wir haben bisher keine Rücksicht genommen. Und machen das auch jetzt nicht. Wir brauchen diese Arbeit. Maßstab für unser Spiel muss es sein, Kompaktheit herzustellen, vorwärts zu verteidigen mit viel Arbeit gegen den Ball, um Griffigkeit ins Spiel zu bringen, um Balleroberungen zu haben“, wird der Coach von der Vereinshomepage des Bundesligisten zitiert. Vor allem das Umschaltspiel steht in Tirol im Fokus der Arbeit. „Wir werden keine Top-Frische haben gegen West Ham. Auch wenn’s Momente im Spiel gibt, die nicht so gut sind. Trotzdem gilt es, aus der Müdigkeit heraus die Dinge so zu beherzigen, wie wir sie haben wollen. Das ist dann zwar nicht der ideale Zustand, aber das nehmen wir in Kauf“, betonte der Coach und fügte unumwunden an: „Das ist Vorbereitung.“

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Mit deutlichen Worten reagierte Schwarz auf die erneut aufkeimenden Gerüchte um einen Abschied von Jean-Philippe Gbamin. „Er hat sportlich einen Riesenwert für uns. Da braucht sich keiner Gedanken machen, dass er jetzt hier mit einer Fluppe rum läuft und einen auf Streikprofi macht. Überhaupt nicht. Er hat den einen oder anderen Satz gesagt. Das ist sein gutes Recht. Wir wissen aber, dass wir die Dinge selbst regeln können und so machen wir es auch“, sagte er. Zuvor hatte sich bereits Sportvorstand Rouven Schröder klar positioniert (Lattenkreuz berichtete).

Nachwuchs-Trio macht auf sich aufmerksam

In den ersten Wochen der Saisonvorbereitung haben mit Ahmet Gürleyen, Leandro Barreiro Martins und Jonathan Burkardt gleich drei Spieler aus dem Mainzer Nachwuchsleistungszentrum einen besonders guten Eindruck hinterlassen. „Das Feedback, das wir erhalten, pusht uns weiter, dadurch fällt auch die Nervosität ab. Es sieht eigentlich ganz gut aus“, sagte Barreiro. Innenverteidiger Gürleyen ergänzte: „Du hast viel weniger Zeit, musst sehr viel schneller denken und handeln. […] In den vergangenen Jahren haben wir nur gegen Gleichaltrige gespielt, jetzt gegen Profis, das motiviert ungemein.“ Vor allem Stefan Bell sei ein wichtiger Ansprechpartner für den 19-Jährigen.

„Kücken“ Burkardt feierte im Trainingslager in Venlo seinen 18. Geburtstag. „Wir ordnen uns in der Hierarchie am Anfang ganz unten ein, was aber mit einer Furchtlosigkeit auf dem Platz verbunden sein soll. Da spielen wir schon mutig auf und probieren uns auch zu zeigen“, sagte der Offensivspieler, der gerade sein Abitur bestanden hat. „Ich schaue eher von Tag zu Tag und denke nicht daran, wo ich spielen oder trainieren werde. Ich versuche jeden Tag Gas zu geben.“ Barreiro, der sich keine zu hohen Ziele setzen will, muss demnächst wieder zurück auf die Schulbank. Der luxemburgische Nationalspieler macht im kommenden März sein Abitur. „Ich will mein Abi schaffen und will im Profitraining bleiben. Es gibt für alles eine Lösung“, betonte er.