Hollerbach: Die Defensive hat Priorität

Schon im ersten Spiel war beim Hamburger SV die Handschrift von Neu-Trainer Bernd Hollerbach erkennbar. Mit Fleiß, Bissigkeit und einer sicheren Abwehr will der 48-Jährige den Bundesliga-„Dino“ vor dem Abstieg retten.

Als Spieler war Hollerbach für seine harte, kompromisslose Herangehensweise als Linksverteidiger bekannt. Gleichzeitig stellte er sich immer voll in den Dienst der Mannschaft und kämpfte bis zum Umfallen. Als Trainer verlangt er von seinem Team ähnliche Qualitäten. Bei seinem Debüt in Leipzig (1:1) präsentierten sich die Hamburger deutlich lauf- und zweikampfstärker als zuletzt unter Markus Gisdol und wurden für ihren Einsatz mit einem überraschenden Punkt beim Vizemeister belohnt. „Wir haben mit viel Herz und Leidenschaft gespielt“, freute sich Hollerbach nach seinem ersten Spiel.

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Der ehemalige Würzburg-Coach hat ein Konzept. Das wurde schon vor dem Anpfiff am Samstag deutlich, als sieben defensiv ausgerichtete Feldspieler auf dem Aufstellungsbogen zu finden waren. Hollerbach schickte seine Mannschaft in einem kompakten 3-4-1-2-System aufs Feld, um dem spielstarken Gegner so wenige Räume wie möglich zu lassen. Eine stabile Hintermannschaft soll wie schon zu Würzburger Zeiten den Kern der Spielidee bilden.

Diese Strategie hat sich im Abstiegskampf oft bewährt und gerade der HSV hatte in der Vergangenheit oft mit einer wackeligen Defensive zu kämpfen. In dieser Saison haperte es bei den Hanseaten aber eher am Offensivspiel. Nur 16 Saisontore haben die „Rothosen“ bisher erzielt – der zweitschlechteste Wert der Liga. Ausschließlich die Defensive zu stärken wird den HSV also nicht vor dem Gang in die zweite Liga bewahren. Hollerbach muss sich auch für das Spiel nach vorne etwas einfallen lassen.