Hollerbach will sich von internen Unruhen nicht stören lassen

Mit der Partie gegen Hannover 96 steht für Bernd Hollerbach am Sonntag die zweite Bewährungsprobe als Trainer des Hamburger SV an. Gegen den Aufsteiger rechnete der Coach mit einem umkämpften Spiel. Überschattet wird die Partie von erneuten Unruhen in der Vereinsspitze.

Am Donnerstag wurde bekannt, dass es im Aufsichtsrat konkrete Bestrebungen gegeben hat, Vorstandschef Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Jens Todt von ihren Posten zu entfernen. Aufsichtsratschef Andreas Peters erklärte, er sei „enttäuscht über klubschädigendes Verhalten“ vor dem so wichtigen Duell mit Hannover. Auch Bruchhagen gab eine Erklärung ab, er sprach von „normalen Diskussionen angesichts unserer prekären sportlichen Situation“. Hollerbach betonte, er wolle sich „auf das Wesentliche konzentrieren. Ich will meine Energie damit verbrauchen, alles ins Sportliche reinzusetzen. Unser Fokus gilt komplett dem Spiel gegen Hannover.“

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Besonders Todt stand zuletzt in der Kritik, da er trotz der mangelhaften Leistungen der Mannschaft in der Winterpause keine neuen Spieler holte. „Es ist nie einfach, im Winter Neuzugänge dazu zu gewinnen. Ich stand im ständigen Austausch mit den Verantwortlichen. Letztendlich war es aber so, dass wir uns entschieden haben, mit diesem Kader das Ziel Klassenerhalt zu schaffen“, verteidigte Hollerbach stellvertretend diese Vorgehensweise. Allem Störfeuer zum Trotz erwarte er am Sonntag von Seiten der Anhängerschaft „riesige Unterstützung“. Er sei sich sicher, „dass das Stadion am Sonntag brennt“, versicherte der 48-Jährige.

„Lehre aus Köln ziehen“

Personell hatte Hollerbach gute Nachrichten zu verkünden. Stürmer Jann-Fiete Arp sei nach ausgestandener Erkältung „wieder der Alte“, auch Albin Ekdal „ist wieder ins Training eingestiegen und hat einen positiven Eindruck hinterlassen“. Fraglich sei Gideon Jung, dem es nach einem Hexenschuss allerdings „täglich besser“ gehe, erklärte Hollerbach. 96 sei eine „sehr organisierte Mannschaft“ und „besonders bei Standards gefährlich“. Er forderte, „die Lehren aus dem Heimspiel gegen Köln zu ziehen“, das der HSV mit 0:2 verlor. „Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen, sondern müssen wie zuletzt in Leipzig (1:1; Anm. d. Red.) eine gute Balance aus Defensive und Offensive finden.“