Hrádecký-Patzer verhilft Werder zum Sieg

Der SV Werder Bremen feiert einen 2:1 (1:0)-Heimsieg gegen Eintracht Frankfurt. Ein Fehler von SGE-Schlussmann Lukáš Hrádecký besiegelt die Niederlage der Gäste in einer unterhaltsamen Begegnung.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt veränderte seine Mannschaft nach dem 3:1-Auswärtssieg beim FC Augsburg auf zwei Positionen. Miloš Veljković kehrte nach auskurierter Fußprellung für Sebastian Langkamp in die Startelf zurück, außerdem ersetzte Kapitän Zlatko Junuzović Florian Kainz. Frankfurts Coach Niko Kovač brachte im Vergleich zum 3:0-Sieg im Rhein-Main-Derby gegen den 1. FSV Mainz 05 ebenfalls zwei Neue. Marco Russ und Timothy Chandler begannen für Simon Falette und Jetro Willems, der nicht im Aufgebot stand.

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Beiden Teams mangelte es von der ersten Minute an nicht an Selbstvertrauen. Den ersten Abschluss verzeichnete die Eintracht, Marius Wolf prüfte Jiri Pavlenka aus rund 18 Metern (5.). Die Gastgeber reagierten ihrerseits mit mutigen Angriffen. Hrádecký klärte eine Hereingabe von Ludwig Augustinsson vor Max Kruse (6.). Den ersten Torschuss für die Bremer gab Ishak Belfodil ab. Nach einer Ablage von Thomas Delaney scheiterte er per Kopf am stark reagierenden Hrádecký (17.). Erstmals richtig brenzlig wurde es im Strafraum der Hausherren. Nach einer Hereingabe von Wolf klärte Theo Gebre Selassie im letzten Moment vor dem einschussbereiten Ante Rebić zur Ecke (23.). Für Bremens Linksverteidiger Augustinsson war derweil bereits nach 25 Minuten Feierabend. Der Schwede musste angeschlagen raus, für ihn kam Marco Friedl (25.)

Kurz darauf gingen die Norddeutschen in Führung. Kruse schickte Delaney auf dem linken Flügel, der bediente Junuzović und der Österreicher ließ Hrádecký aus kurzer Distanz keine Chance (28.). Kruse prüfte den SGE-Schlussmann nur wenige Minuten später mit einem frechen Schuss aus spitzem Winkel, der reagierte aber mit einer starken Parade (30.). Doch die Eintracht steckte nicht auf und drängte auf den Ausgleich. Zunächst setzte Jonathan de Guzmán einen direkten Freistoß knapp über das Tor (36.), anschließend entschärfte Pavlenka gleich zweimal grandios gegen Kevin-Prince Boateng und Wolf (37.). Kurz vor der Pause musste auch Frankfurt verletzungsbedingt früh wechseln. Rebić hatte Probleme mit der Wade und wurde durch Marco Fabián ersetzt (39.).

Frankfurt trifft traumhaft – Hrádecký patzt

Nach der Pause blieb die ausgeglichene Begegnung munter. Werder setzte direkt nach Wiederanpfiff ein Ausrufezeichen. Belfodil kam aus guter Position zum Abschluss, Hrádecký parierte glänzend (47.). Frankfurt antwortete umgehend mit dem hervorragend herausgespielten Ausgleichstreffer. Fabián bediente Boateng auf halblinks, der den Ball mit der Hacke halbhoch in die Mitte beförderte. Dort stand Luka Jović bereit, der per Seitfallzieher einnetzte (53.). Der Serbe hatte kurz darauf sogar die Chance auf das 2:1, scheiterte aber im Eins-gegen-eins an Pavlenka (56.). Bremen benötigte eine Weile, um den Gegentreffer zu verarbeiten – dann wurde die Kohfeldt-Elf wieder gefährlich. Belfodil spielte Delaney frei, der Däne zielte aus rund 14 Metern aber knapp am Tor vorbei (67.).

Die nächste Gelegenheit hatte dann wieder Frankfurt. Eine Flanke des eingewechselten Taleb Tawatha landete am zweiten Pfosten, wo der mitgelaufene Danny da Costa das Tor nur knapp verfehlte (78.). Im Gegenzug kam es dann faustdick für die Gäste. Eine Flanke von Junuzović verlängerte David Abraham versehentlich per Kopf Richtung eigenes Gehäuse und SGE-Keeper Hrádecký rutschte der Ball durch die Hände ins Tor (79.). Junuzović versetzte den spürbar geschockten Hessen beinahe den K.o., doch Makoto Hasebe klärte den Schuss des Werder-Kapitäns kurz vor der Linie (82.). Die Kovač-Elf wurde noch ein letztes Mal gefährlich, ein Kopfball von Abraham zischte aber knapp am Tor vorbei (88.). Frankfurt rutscht durch die Niederlage auf Platz sechs ab, der SVW verabschiedet sich mit dem Heimsieg wohl endgültig aus dem Abstiegskampf.