HSV sendet Lebenszeichen im Abstiegskampf

Der Hamburger SV hat den FC Schalke 04 am Samstagabend mit 3:2 (1:1) geschlagen. Durch eine couragierte Leistung bezwangen die Norddeutschen fahrige „Knappen“ am Ende verdient und fuhren drei ganz wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg ein.

Im Vergleich zum 1:1 beim VfB Stuttgart am vergangenen Spieltag brachte HSV-Trainer Christian Titz drei neue Gesichter in seiner Anfangsformation: In der Innenverteidigung spielten Rick van Drongelen und Kyriakos Papadopoulos für Stephan Ambrosius (Bank) und Gideon Jung (Gelbsperre). Auch Mohamed Gouaida musste sich die Partie zunächst von der Seitenlinie aus ansehen. Für ihn begann Tatsuya Itō auf der offensiven Außenbahn. S04-Coach Domenico Tedesco veränderte seine Startelf nach dem Sieg gegen Freiburg (2:0) auf drei Positionen: Für Nabil Bentaleb, Franco Di Santo (Bank) und Bastian Oczipka (mit Adduktorenproblemen nicht im Kader) begannen Max Meyer, Amine Harit und Thilo Kehrer.

- Anzeige -

Die Heimelf war um einen guten Start bemüht und erspielte sich früh zwei Ecken. Beide allerdings sorgten nicht für die ganz große Gefahr (3./4.). Der HSV lief Königsblau früh an und provozierte so einige Ballverluste. Für die erste richtig gute Torchance allerdings waren die Gäste verantwortlich – und mit dieser gleich erfolgreich. Daniel Caligiuri brachte einen Freistoß aus dem Halbfeld in die Mitte, wo Naldo parat stand und die Kugel in die Maschen köpfte (9.). Vermeintlich war der Brasilianer bei seiner Aktion mit der Hand am Ball, die Szene jedoch war letztlich nicht klar aufzulösen.

Der HSV kam einige Minuten später kurios zurück. Nach einem langen Einwurf von Douglas Santos in die Mitte fühlte sich kein Schalker dafür verantwortlich, den Ball zu klären, und Filip Kostić nickte aus kurzer Distanz ein (17.). Luca Waldschmidt hatte kurz darauf eine gute Chance, Ralf Fährmann war aber zur Stelle (20.). Schalke wirkte schläfrig, der HSV presste. Nach vorne lief bei den Gästen abgesehen vom Tor nichts. Hamburg hingegen blieb gefährlich: Lewis Holtby probierte es aus der Distanz und scheiterte nur knapp (28.). Die nächste Chance hatte Waldschmidt, der wieder an Fährmann hängen blieb (37.). Nach 45 Minuten ging es mit dem Gleichstand in die Pause.

Hunt belohnt den „Dino“

Tedesco reagierte zur Halbzeit und brachte Di Santo und Weston McKennie für Breel Embolo und Meyer (46.). Die erste gute Chance nach Wiederanpfiff gehörte aber dem HSV: Gōtoku Sakai zog aus 16 Metern ab, verfehlte letztlich aber knapp (49.). Wenig später drückte Holtby den Ball aus kurzer Distanz aber über die Linie und brachte den HSV in Führung (52.). Matija Nastasić holte sich kurz darauf seine fünfte Gelbe Karte ab und fehlt somit im Derby am kommenden Wochenende (55.). Die Riesenchance aufs 3:1 hatte Waldschmidt, nachdem Fährmann einen Schuss nach vorne prallen ließ. Der Youngster verzog allerdings und schoss drüber (60.).

Guido Burgstaller bestrafte die vergebene Möglichkeit und stellte nur kurze Zeit später auf 2:2: McKennie schickte Leon Goretzka, der zunächst an Julian Pollersbeck hängen blieb. Den Abpraller verwertete der Österreicher dann aber überlegt zum Ausgleich (63.). Die Großchance zur Schalker Führung hatte Goretzka, der nach einem Konter aber zu überhastet per Heber abschloss (68.). Im Anschluss beruhigte sich die Partie erst einmal etwas. Der Heimelf schien ein wenig die Luft auszugehen, Schalke trat stabiler auf. Aaron Hunt allerdings brachte den „Dino“ kurz vor dem Ende wieder in Führung: Der Angreifer fasste sich aus über 20 Metern ein Herz und feuerte den Ball in den Winkel (84.). Naldo hatte noch einmal eine sehr gute Chance zum Ausgleich, doch Pollersbeck hielt die drei Punkte für den HSV fest (90.+3).