Hummels warnt vor Nachlässigkeiten

Die erste Niederlage seit fast vier Monaten sieht Bayern-Verteidiger Mats Hummels als Warnung für die Zukunft. Nach zuletzt 18 ungeschlagenen Partien in Folge unterlag der Rekordmeister am Sonntag bei RB Leipzig mit 1:2.

„Wir müssen vorsichtig sein“, sagte Hummels nach dem Spiel beim Vizemeister der vergangenen Saison. „Es war ein gutes Beispiel dafür, wie das Spiel in Sevilla laufen könnte.“ Denn der FC Sevilla, Viertelfinal-Gegner in der Champions League, hat ähnliche Qualitäten wie Leipzig und könnte somit zum Stolperstein auf dem Weg zum anvisierten Triumph in der Königsklasse werden – sollten die Münchner erneut so passiv und pomadig agieren. „Ich rechne damit, dass sie ähnlich laufstark und euphorisch wie Leipzig sind“, sagte Hummels, der viel zu viele Ballverluste bemängelte.

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Alle Sinne sind bei den Bayern seit Wochen auf den Gewinn der Champions League geschärft. Und für dieses Ziel könnte sich die schmerzvolle Niederlage im Prestigeduell gegen RB sogar als hilfreich erweisen. „Es ist eine Lehre für uns“, war sich Sportdirektor Hasan Salihamidžić sicher. „Wir können den Rhythmus nur behalten, wenn wir in jedem Spiel Vollgas geben.“ Ins Spiel der im Vergleich zum Sieg bei Beşiktaş Istanbul (3:1) auf sechs Positionen veränderten Bayern hatten sich ungewohnt viele Nachlässigkeiten eingeschlichen. Gegen den lauffreudigen Vizemeister aus Leipzig konnte das Team von Trainer Jupp Heynckes spielerisch und kämpferisch nicht dagegenhalten.

Heynckes: Niederlage in Leipzig „kein Beinbruch“

In der anfälligen Defensive war es einzig dem starken Torhüter Sven Ulreich zu verdanken, dass München nicht mehr Treffer als die von Naby Keïta (37.) und Timo Werner (56.) kassierte. Offensiv fand der FCB ohne den erst spät eingewechselten Top-Torjäger Robert Lewandowski kaum statt. „Wir hätten auch in der ersten Halbzeit schon in Rückstand geraten können. Unsere Rückwärtsbewegung war nicht gut, wir haben Leipzig viel zu viel Raum gelassen“, kritisierte Heynckes. Der Gewinn der Meisterschaft ist dennoch weiterhin nur eine Frage der Zeit. Es sei ihm gleichgültig, wann es soweit sei, sagte Heynckes in der Sicherheit des baldigen Erfolgs. „Ob nächste Woche oder in zwei Wochen – das sind Gedankenspiele der Medien. Die Mannschaft hat einen riesengroßen Vorsprung“, sagte der 72-Jährige, für den die Niederlage in Leipzig „kein Beinbruch“ war.

(cbe/sid)