Itōs Wiedererstarkung unter Neu-Trainer Titz

Tatsuya Itō vom Hamburger SV war in der Hinrunde einer der Senkrechtstarter der Bundesliga. Unter Ex-Coach Bernd Hollerbach kam er dann kaum mehr zum Einsatz. Seit der Amtsübernahme von Christian Titz ist der Japaner wieder gesetzt und spielte beim 3:2-Sieg gegen den FC Schalke 04 am vergangenen Samstag groß auf.

Die Verteidigung der „Knappen“ hatte den schnellen, wendigen Antritten Itōs nur selten etwas entgegenzusetzen. Besonders vor dem Hamburger Treffer zum 2:1 dribbelte er seinen Gegenspielern Leon Goretzka und Daniel Caligiuri Knoten in die Beine und bediente anschließend mustergültig Torschütze Lewis Holtby. Der japanische U21-Nationalspieler zählte zu den besten Akteuren auf dem Platz und hatte maßgeblichen Anteil daran, dass an der Elbe nun wieder ein wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt aufgekommen ist. Mitspieler Rick van Drongelen nannte ihn nach der Partie scherzhaft „Lionel Itō“. Die letzten Wochen des 20-Jährigen muten wie die Fortsetzung seines steilen Aufstiegs in der ersten Saisonhälfte an.

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Seine Nominierung in den Kader für die Partie gegen Borussia Dortmund (0:3) am fünften Spieltag kam ein bisschen wie aus dem Nichts. Selbst Experten hatten Itō, der 2015 in die U19 der „Rothosen“ gewechselt war, wohl nicht für die erste Mannschaft auf dem Zettel gehabt. Doch obwohl der Flügelspieler gegen den BVB noch nicht auf dem Platz stand, war er in der Folge fester Bestandteil des Bundesliga-Teams. Am Wochenende darauf beim 0:3 in Leverkusen wurde er kurz vor Schluss eingewechselt und kam zu seinen ersten Minuten im deutschen Fußball-Oberhaus. Beim 0:0 im Nordderby gegen Bremen am siebten Spieltag lief Itō erstmals von Beginn an auf. In der Hinrunde absolvierte er noch sieben weitere Partien.

Japaner nach Hollerbachscher Ausbootung wieder gesetzt

Nach der Entlassung von Markus Gisdol und der Übernahme durch Hollerbach war Itō für die Bundesliga kein Thema mehr gewesen. Lediglich 45 Minuten durfte er in der zweiten Partie unter dem Ex-Trainer beim 1:1 gegen Hannover 96 am 21. Spieltag absolvieren. Danach war der Offensivspieler nicht mehr gefragt. In den folgenden fünf Spielen berief ihn der Hamburger Übungsleiter nicht in den Spieltagskader. Stattdessen lief der 1,63 Meter große Tempodribbler für die Zweitvertretung der Hanseaten auf. Hollerbach vertraute auf gestandene, etablierte Bundesliga-Profis und sortierte den 20-Jährigen aus. Die in der Hinrunde so rasant gestartete Profikarriere Itōs drohte bereits früh ins Stocken zu geraten.

Er profitierte danach vom erneuten Wechsel auf der Trainerposition hin zu Titz, der neben dem Flügelstürmer mit Stephan Ambrosius und Matti Steinmann noch zwei Spieler aus der Reserve hochzog. In allen drei Partien unter dem neuen Cheftrainer kam Itō zum Einsatz. Der Offensivakteur ist dabei, sich beim Bundesliga-„Dino“ zu etablieren. Was ihm noch fehlt, ist die Effizienz, aus seinen starken Dribblings und Vorstößen zählbare Torchancen zu kreieren. Für diesen Entwicklungsschritt hat der Linksaußen noch Zeit. Sein Vertrag in Hamburg läuft bis zum Sommer 2021 und sein Berater verkündete am Dienstag, dass Itō dem HSV auch im Falle eines Abstiegs in der kommenden Saison treu bleiben würde.