Kein Platz für Sané in Kohfeldts Viererkette

Die Situation des SV Werder Bremen ist weiterhin prekär. Vier Punkte beträgt der Abstand zum rettenden Ufer momentan. Dabei ist die Problemzone der Norddeutschen in dieser Saison die Offensive und nicht, wie meist in der Vergangenheit, die Defensive.

Mit 25 Gegentoren stellt Werder eine der besseren Verteidigungen der Bundesliga. Nur vier Teams mussten den Ball noch seltener aus dem eigenen Tor fischen. Einen großen Anteil daran haben die Innenverteidiger Miloš Veljković und Niklas Moisander. Die beiden Defensivakteure bilden derzeit eine stabile Abwehrzentrale. In den ersten acht Spielen unter Trainer Florian Kohfeldt kassierten die Bremer nur acht Treffer. Die 2:4-Niederlage bei Tabellenführer FC Bayern München am vergangenen Spieltag scheint eine Ausnahme zu sein. Veljković und Moisander wirken zumeist organisiert und zweikampfstark. Ein ehemaliger Stammspieler blieb zuletzt allerdings auf der Strecke.

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Lamine Sané stand seit der Amtsübernahme Kohfeldts erst in zwei Partien von Beginn an auf dem Platz. Beim 0:2 in Leipzig am 13. Spieltag und beim 0:1 in Leverkusen am 16. Spieltag stand der Senegalese in der Anfangsformation. Und das ist kein Zufall: Gegen die beiden offensivstarken Kontrahenten setzte der Bremer Übungsleiter auf eine Dreierkette in der zentralen Verteidigung. Normalerweise lässt Kohfeldt in einer Viererkette mit zwei Innenverteidigern spielen. Für Sané hat er nur Verwendung, wenn er drei Innenverteidiger braucht. Doch gegen das offensivstärkste Team der Liga, den FC Bayern München, stellte der 35-Jährige nur zwei zentrale Defensivspieler auf. Sané kam nicht zum Einsatz.

Wechsel noch im Winter unwahrscheinlich

Wenn der Coach der Grün-Weißen es schon gegen die Bayern lieber ohne den 1,92-Meter-Hünen versucht, dann könnten die Chancen auf mehr Einsatzzeiten für Sané in Zukunft schlecht stehen. Dabei war der 30-Jährige in seiner ersten Saison an der Weser noch Stammspieler. 2016/17 absolvierte er beinahe jedes Spiel, in dem er nicht verletzungsbedingt fehlte, über 90 Minuten. Er war der Abwehrchef der Norddeutschen. In der aktuellen Spielzeit dagegen stand Sané zuletzt am zehnten Spieltag beim 0:3 gegen den FC Augsburg über die volle Distanz auf dem Feld. Damals wurde Werder allerdings auch noch von Alexander Nouri trainiert.

Kohfeldt dagegen vertraut dem Serben Veljković und dem Finnen Moisander, wodurch Sané nur der Platz auf der Bank bleibt. Im Sommer läuft sein Vertrag in Bremen aus, doch bereits im Winter gab es Gerüchte über einen Wechsel des Innenverteidigers zurück nach Frankreich. Der AS Saint-Étienne soll Interesse gezeigt haben. Es wäre der letzte Zeitpunkt, an dem Werder für den senegalesischen Nationalspieler noch eine Ablöse einstreichen könnte. Ein Transfer scheint dennoch unwahrscheinlich. Denn auch Luca Caldirola wird als potenzieller Abgang gehandelt. Beide Ersatz-Innenverteidiger werden die Grün-Weißen wohl kaum ziehen lassen. Es scheint, als bahne sich für Sané eine Rückrunde mit wenig Einsatzzeiten und eine Trennung vom Verein im Sommer an.