Kind würde Kiel formelle Stadion-Zusage erteilen

Aufstiegsaspirant Holstein Kiel ist bei der Suche nach einem Ausweichstadion für die Bundesliga zumindest formell fündig geworden. Die „Störche“ könnten ihre Heimspiel auf dem Papier wohl in Hannover austragen.

Sollten die Schleswig-Holsteiner sich in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg durchsetzen, könnten sie bei der DFL die HDI-Arena von Hannover 96 offenbar als alternative Heimspielstätte zu ihrem Holstein-Stadion angeben. „Kiel hat auch bei uns angefragt“, sagte 96-Präsident Martin Kind der Neuen Presse. „Ich denke, das ist eine Formalie, damit sie die Lizenz bekommen. Es ist nicht realistisch, dass sie bei uns spielen. Aber die Zusage würden wir geben.“ Vom Hamburger SV und vom SV Werder Bremen hatte sich das Überraschungsteam der 2. Liga bereits Absagen eingeholt.

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Die Kieler hatten zuletzt angekündigt, weiter hartnäckig um eine Ausnahmegenehmigung für die Austragung möglicher Bundesliga-Heimspiele in ihrem eigenen Stadion kämpfen zu wollen. Das Holstein-Stadion ist mit einem gesamten Fassungsvermögen von rund 12.000 Zuschauern gemäß der DFL-Statuten zu klein für die erste Liga. Gefordert sind Plätze für 15.000 Zuschauer, 8.000 davon müssen Sitzplätze sein. Die Anfrage der Kieler ist allerdings bei weitem nicht das einzige Thema, dass Hannover-Boss Kind derzeit beschäftigt.

DFL weiß nichts von Reaktivierung des 50+1-Antrags

Die DFL weiß nichts von einer Reaktivierung des ruhenden Antrags auf eine Ausnahmegenehmigung bei der 50+1-Regel vonseiten des Bundesligisten Hannover 96. „Anders als heute in der Hannoverschen Allgemeinen berichtet, ist bei der DFL bislang kein Antrag von Hannover 96 zur Wiederaufnahme des 50+1-Ausnahmeverfahrens eingegangen“, twitterte die DFL am Mittwochmittag. Kind hatte gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland erklärt, dass der Antrag wieder aktiviert und die DFL informiert sei. Kind rechnet mit einer Entscheidung noch im Mai oder im Juni. Sollte das DFL-Präsidium den Antrag des Unternehmers auf die Übernahme der Stimmenmehrheit bei den Niedersachsen ablehnen, will Kind klagen.

Im Gegensatz zu den anderen europäischen Top-Ligen dürfen Investoren in Deutschland die Mehrheit an einem Verein nur dann halten, wenn sie diesen mehr als 20 Jahre „ununterbrochen“ und „erheblich“ gefördert haben. In der Bundesliga gelten entsprechende Ausnahmegenehmigungen aktuell nur für Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim. Kind hatte seinen Antrag im Februar ruhen lassen. Damals wurde darüber spekuliert, dass er andernfalls abgelehnt worden wäre. Kurz darauf stimmte die Mehrheit der Profiklubs für die Beibehaltung der Regel. Als Reaktion darauf hat Kind seinen Antrag wieder aufgegriffen.

96 hält zwei Trainingslager ab

Hannover 96 wird mit seiner Vorbereitung auf die Saison 2018/2019 am 2. Juli beginnen. Dies teilten die Niedersachsen am Mittwoch mit. In der Folgezeit bis zur Saisoneröffnung am 11. oder 12. August sind zwei Trainingslager in St. Peter Ording (4. bis 8. Juli) sowie in Velden am Wörthersee (30. Juli bis 7. August) vorgesehen. Der Aufsteiger beendete die abgeschlossene Bundesliga-Saison auf dem 13. Tabellenplatz.

(sid)