Klausel aus Reschkes Vertrag gestrichen

Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images

Der 21. Juli 2018 war für VfB-Sportvorstand Michael Reschke in zweifacher Hinsicht ein erfreulicher Tag: Die Stuttgarter besiegten die SG Sonnenhof Großaspach im Testspiel mit 3:1. Noch in der Halbzeitpause wurde außerdem sein Arbeitsvertrag von einer für ihn nachteiligen Klausel befreit.

Bei Reschkes Amtsantritt im August 2017 hatte der Funktionär den Klubbossen selbst das Angebot unterbreitet, eine Klausel in sein Arbeitspapier zu integrieren, die es ihnen möglich machte, den 60-Jährigen 2019 einseitig und ohne Abfindung zu kündigen. Der Vertrag des Sportvorstands läuft bis 2021. Im vergangenen Winter, als die Schwaben im Tabellenkeller steckten, erneuerte Reschke dieses Angebot. Auch im Abstiegsfall hätte er auf eine Abfindung verzichtet. „Ich denke, das ist eine seltene Geschichte“, wird VfB-Aufsichtsratschef Wolfgang Dietrich vom Kicker zitiert.

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Eine vom sportlichen Aufschwung geprägte Rückrunde sowie diverse namhafte Sommer-Neuzugänge später hegt niemand mehr Zweifel an Reschkes Kompetenzen. Dementsprechend wurde die Klausel in seinem Vertrag in der Halbzeitpause gegen Sonnenhof Großaspach kurzerhand eliminiert. Diese Vertragskorrektur war im Vorfeld abgesprochen, der Zeitpunkt wurde jedoch spontan gewählt. „Dass es noch andere gibt, die erkannt haben, welche Möglichkeiten der Michael hat, ist uns nicht verborgen geblieben“, meinte Dietrich. „Wir sind ja nicht auf der Insel der Glückseligen. Das war mit ein Punkt, um ihm zu zeigen: Du kannst hier sicher sein, dass wir mit dir die nächsten drei Jahre weiterarbeiten.“

VfB-Erfolg weckt Erwartungen und Begehrlichkeiten

Die gute Arbeit des 60-Jährigen ist auch der Konkurrenz nicht verborgen geblieben. „Man kennt sich ja. Wir wissen, dass er für viele Vereine interessant ist. In Deutschland wie im Ausland. Näher möchte ich aber nicht darauf eingehen“, sagte Dietrich. Der zunehmende Erfolg bedingt allerdings auch gesteigerte Erwartungshaltung. Dennoch wird in der baden-württembergischen Landeshauptstadt weiterhin kein Tabellenplatz als Vorgabe für die kommende Saison formuliert. Die übergeordnete Zielsetzung bleibt bestehen: Bis 2020 möchte sich der VfB Stuttgart wieder im oberen Drittel der Bundesliga etablieren.