Kölns Außenverteidiger: Ein (r)echtes Problem

In den ersten fünf Spielen der Rückrunde hat der 1. FC Köln neun Treffer erzielt. Da die „Geißböcke“ jedoch auch neun Gegentore kassiert haben, stehen dennoch nur sieben Punkte seit dem 18. Spieltag in der Statistik. Die Defensivschwäche des FC fällt besonders auf der rechten Seite auf, wo Frederik Sørensen verteidigt.

Der 1,94 Meter große Däne ist gelernter Innenverteidiger. Er kam 2015 von Juventus Turin nach Köln und ist seitdem eigentlich durchgehend Stammspieler. Auch unter Ex-Coach Peter Stöger lief er gelegentlich als rechter Verteidiger auf. Da mittlerweile Jorge Meré und Dominique Heintz in der Zentrale gesetzt sind, ist Sørensen bei Stefan Ruthenbeck erste Wahl auf rechts. Doch dort zeigen sich seine Schwächen teilweise recht deutlich und mit verheerenden Folgen. Durch seine Körpergröße hat er Geschwindigkeitsdefizite und ist zudem nicht wendig genug, um mit deutlich schnelleren gegnerischen Flügelspielern zurechtzukommen.

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Seinem Gardemaß zum Trotz ließ er sich gegen den FC Augsburg (1:1) beim Ausgleich der „Fuggerstädter“ von Caiuby überspringen. Beim 2:3 gegen den BVB erzielte Michy Batshuayi zwei Treffer, nachdem Sørensen von Jeremy Toljan mühelos überlaufen wurde, auch wenn das zweite Tor anschließend wegen einer Abseitsposition aberkannt wurde. Auch am letzten Spieltag in Frankfurt (2:4) sah der 25-Jährige bei mindestens einem Gegentreffer nicht gut aus.

Klünter oder Risse – oder keiner von beiden

Natürlich hat es auch Vorteile, einen großen und kräftigen Spieler als Außenverteidiger aufzubieten. Sørensen ist kopfballstark und im direkten Zweikampf schwer zu besiegen. Des Weiteren bietet er sich bei eigenen Standardsituationen als zusätzliche Anspielstation mit an. Ruthenbeck sind diese Eigenschaften derzeit offenbar wichtiger, auch wenn er dafür in Kauf nehmen muss, dass viele Gegner mittlerweile wissen, wo die Schwachstelle des FC liegt. Eine mögliche Alternative wäre Lukas Klünter. Der U21-Nationalspieler war in der Hinrunde gesetzt, kurz nach Ruthenbecks Amtsantritt lief er sogar zweimal als Stürmer auf. Klünter gehört zu den schnellsten Spieler der Liga, für 100 Meter braucht er eigenen Angaben zufolge nur 10,6 Sekunden. Der Coach traut ihm den Job in der Abwehr aber wohl (noch) nicht zu, gegen die Eintracht war er nicht mal im Kader.

Mit Paweł Olkowski steht ein weiterer etatmäßiger Rechtsverteidiger im Aufgebot, doch der Pole spielt überhaupt keine Rolle mehr. Er hätte den Verein im Winter verlassen dürfen. Die Lösung könnte der lange verletzte Marcel Risse sein. Der gab gegen Frankfurt sein Comeback und bereitete das 2:4 durch Simon Terodde vor. Auch wenn Risse weiter vorne zuhause ist, hat er Erfahrung als Außenverteidiger. Allerdings fehlen mit Leonardo Bittencourt und Christian Clemens bereits zwei kreative Mittelfeldspieler, weswegen Risse wohl vorerst für die offensive Außenbahn eingeplant ist. Ruthenbeck wird also weiter auf Sørensen setzen. Am Samstag kommt Hannover 96 – und mit Ihlas Bebou erneut ein wieselflinker Gegenspieler.