Kohfeldt: „Haben uns das verdient und erzwungen“

Der SV Werder Bremen hat beim FC Schalke 04 den ersten Sieg in der Rückrunde feiern können. In der Nachspielzeit erzielte Kapitän Zlatko Junuzović den 2:1-Siegtreffer. Verantwortliche und Spieler der Grün-Weißen zeigten sich nach Abpfiff erleichtert über die ersten drei Punkte des Jahres.

„Vielleicht haben wir uns das über die letzten Wochen verdient und heute erzwungen“, meinte Trainer Florian Kohfeldt im Hinblick auf die vielen unglücklich liegen gelassenen Punkte in letzter Zeit. „Es war nicht unser bestes Spiel, aber wir haben hier heute gegen den Tabellendritten gespielt, das darf man nicht vergessen. Die Jungs haben heute wieder eine großartige Mentalität gezeigt. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg.“ Auch die Werder-Profis zeigten sich nach dem Last-Minute-Sieg euphorisiert. „Es ist total geil, so zu gewinnen. Das sind für uns ganz wichtige Punkte. Deswegen war der Jubel und die Erleichterung bei dem 2:1 natürlich riesig“, freute sich der Tscheche Theodor Gebre Selassie.

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Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein sah das Zustandekommen des Erfolgs auch im Kontext der Tabellensituation schon etwas nüchterner. „Ja, vielleicht war es ein dreckiger Sieg. Wir hatten heute sicher nicht so viele Chancen, wie in den letzten Wochen“, meinte der deutsche U21-Nationalspieler. „Aber ganz ehrlich: Das ist mir gerade ziemlich egal. Das ist Abstiegskampf, da zählen nur Punkte und ich bin unendlich froh, dass wir die heute gesammelt haben.“ Die Norddeutschen konnten damit erstmals seit dem ersten Spieltag die letzten drei Ränge verlassen und auf einen sicheren Nichtabstiegsplatz klettern.

Werder-Coach animiert weiterhin zur Wachsamkeit

„Ich finde, dass es für die Psyche durchaus wichtig ist, über dem Strich zu stehen. Wir wissen aber auch, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben und weiterhin mittendrin im Abstiegskampf sind“, sagte Eggestein mit Blick auf die Tabelle. Auch Coach Kohfeldt animierte seine Spieler dazu, weiter Leistung zu zeigen. „Die Punkte, die wir jetzt haben, werden in keinem Fall reichen, von daher spielt der Tabellenplatz keine allzu große Rolle. Wir müssen wachsam bleiben und noch einige Punkte holen“, forderte der gebürtige Siegener.

Trotz des Sieges war Kohfeldt nicht vollkommen überzeugt vom Auftritt seines Teams. „Rein bezogen auf die spielerische Leistung kann ich heute nicht zu 100 Prozent zufrieden sein, die Jungs sind das auch nicht“, stellte der 35-Jährige klar. Besonders in der Phase direkt nach der Halbzeit hatten die Bremer Glück. „Wir haben gesehen, welche Klasse Schalke hat, und Glück gehabt. Wir hätten 0:2 oder 0:3 in Rückstand geraten können“, analysierte Kohfeldt. „Dass wir es am Ende noch geschafft haben, war enorm wichtig. Es war ein guter Auftritt, aber ein glücklicher Sieg.“