Kohfeldt: „Nicht an unsere Leistungsgrenze gegangen“

Der SV Werder Bremen unterlag am Freitagabend Hannover 96 auswärts mit 1:2. Damit verpassten es die Norddeutschen, einen weiteren Schritt in Richtung des sicheren Klassenerhalts zu gehen. Dementsprechend selbstkritisch waren die Bremer Stimmen nach dem Abpfiff.

„Wir waren heute nicht auf den Punkt da, es hat nicht viel zusammengepasst zu Beginn“, meinte Trainer Florian Kohfeldt. „In diesem Fall muss man über Stabilität und Sicherheit ins Spiel finden, aber da waren wir nicht clever genug.“ Werder hatte die erste Hälfte verschlafen und zur Pause bereits mit 0:2 zurückgelegen. „Wir sind nicht an unsere Leistungsgrenze gegangen“, konstatierte der Bremer Übungsleiter. Im zweiten Durchgang schalteten die Grün-Weißen dann einen Gang hoch und erarbeiteten sich ein Übergewicht an Chancen. „Wir hätten zumindest in der zweiten Halbzeit den Ausgleich oder sogar einen Sieg verdient gehabt“, stellte Innenverteidiger Sebastian Langkamp klar. „Aber 96 war einfach gnadenlos effektiv in der ersten Halbzeit und wir haben unsere Möglichkeiten nicht genutzt.“

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Auch Stürmer Max Kruse zeigte sich enttäuscht von der Leistung der Mannschaft: „Jeder von uns war immer einen Schritt zu spät und wir haben die Räume nicht richtig zugestellt.“ Die Norddeutschen fanden zu keinem Zeitpunkt zu dem starken Kombinationsspiel, das sie in den letzten Wochen ausgezeichnet hatte. „Wenn es spielerisch nicht läuft, müssen wir den Schalter umlegen und über Elemente wie Zweikampf und Laufbereitschaft ins Spiel finden“, betonte Kapitän Zlatko Junuzović. „Wir müssen ja nicht in jedem Spiel glänzen. Nach dem Anschlusstreffer haben wir nochmal alles probiert, um das Ruder rumzureißen.“ Der Algerier Ishak Belfodil hatte in der 74. Minute das 1:2 erzielt, letztlich konnte Bremen die Partie aber nicht mehr drehen.

Kruse verspricht Besserung in den kommenden Wochen

Mit dieser Niederlage verpasste Werder es, den Vorsprung auf den Relegationsrang zumindest bis Samstag auf 13 Zähler auszubauen. „Morgen könnten es nur noch sieben Punkte auf den Relegationsplatz sein und wir haben ein taffes Restprogramm“, warnte Coach Kohfeldt. „Wir tun gut daran, nicht nachzulassen. Wir sind nach wie vor nicht endgültig durch.“ Auch Ex-Nationalspieler Kruse nahm sich selbst und die Teamkollegen für die kommenden Aufgaben in die Pflicht. „Die Art und Weise, wie wir heute gespielt haben, reicht in der Bundesliga nicht aus. In den nächsten Wochen wird uns das nicht nochmal passieren“, kündigte der 30-Jährige entschlossen an.

Werder hatte in der Viererkette auf zwei Positionen umstellen müssen. Anstelle von Ludwig Augustinsson (Oberschenkelverletzung) und Niklas Moisander (Gelbsperre) agierten Marco Friedl und Langkamp von Beginn an. Als Entschuldigung wurden diese Änderungen allerdings nicht hergenommen. „Es lag nicht an der Rotation in der Defensive, dass wir verloren haben. Das war nicht der ausschlaggebende Grund“, stellte Geschäftsführer Frank Baumann fest. Auch Spielführer Junuzović war nicht hundertprozentig fit gewesen und wurde erst zur Halbzeit eingewechselt. „Als er rein gekommen ist, hat er das sehr gut gemacht, hat Räume gerissen und für Belebung gesorgt“, lobte Kohfeldt.