Kohfeldt: „Niemand klopft sich auf die Schulter“

Der SV Werder Bremen kam am Samstagabend gegen Hertha BSC trotz Überlegenheit nicht über ein 0:0 hinaus. Nach Abpfiff überwog bei den Norddeutschen der Frust über die zwei verlorenen Punkte.

„Der Abend ist sehr enttäuschend. Wir hätten dieses Spiel gewinnen müssen, denn wir waren die bessere Mannschaft mit einer Vielzahl von Chancen. Wir haben uns heute aber einfach nicht belohnt“, meinte Cheftrainer Florian Kohfeldt gegenüber Sky und fügte mit Blick auf die Tabelle an: „Das ist eine gefährliche Situation. Wir müssen Tore machen und Punkte holen. Dieser eine Punkt ist auch aufgrund des Spielverlaufs viel zu wenig.“ Die Bremer trennen weiterhin drei Punkte vom ersten Nicht-Abstiegsplatz. „Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, dass wir am zehnten Spieltag fünf Punkte hatten. Ich will nichts schönreden. Für das, was wir heute gebracht haben, brauchen wir Punkte“, forderte der Bremer Übungsleiter.

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Unabhängig vom Ergebnis zeigte sich Kohfeldt mit der Leistung seiner Mannschaft allerdings zufrieden. „Ich denke, dass wir heute wieder ein gutes Spiel gemacht haben. Wir waren dominant, haben uns Chancen erspielt und zwar nicht nur Halbchancen, sondern absolute Hochkaräter“, lobte der 35-Jährige. Trotzdem konnten die Grün-Weißen nur einen Zähler im Weserstadion behalten. „Keiner von uns sitzt jetzt in der Kabine und klopft sich auf die Schulter, was wir für ein tolles Spiel gemacht haben“, sagte Kohfeldt zerknirscht. Mittelfeldspieler Jérôme Gondorf konnte sich eine kleine Spitze gegen die Gäste nicht verkneifen: „Hertha hat heute nur verteidigt, unser Spiel versucht zu zerstören. Es ist natürlich bitter, dass ihnen das auch noch gelungen ist.“

Junuzović echauffiert sich über den Videobeweis

Doch nicht nur die defensiv auftretenden Berliner waren nach dem Spiel Gesprächsthema, sondern auch das vermeintliche 1:0 durch Maximilian Eggestein, das wegen eines vorangegangenen Foulspiels nach Nutzung des Videobeweises aberkannt wurde. „Das ist für mich ehrlich gesagt ein Witz. Es nimmt dem Fußball total die Emotionen, denn für mich ist das eine 50:50-Situation, die man auch laufen lassen kann“, stellte Zlatko Junuzović klar. Thomas Delaney hatte den Herthaner Fabian Lustenberger im Luftduell mit dem Ellenbogen im Gesicht erwischt. Coach Kohfeldt wollte sich zu dem speziellen Fall nicht äußern, forderte jedoch mit Blick auf andere Entscheidungen eine einheitliche Regelung zur Anwendung.

Am nächsten Wochenende (Samstag, 15.30 Uhr) trifft Werder in Gelsenkirchen auf den FC Schalke 04. Die Bremer Akteure blicken dieser schwierigen Auswärtspartie optimistisch entgegen. „Wir haben die Qualität, das hat das Spiel heute abermals gezeigt, um in jedem Spiel etwas mitzunehmen. Deswegen fahren wir nicht nach Schalke, um mal zu schauen, was geht, sondern um Punkte zu holen“, kündigte Kohfeldt an. Für Mittelfeldspieler Eggestein wäre es nur logisch, würden sich die Norddeutschen irgendwann auch mal für ihren Aufwand belohnen: „Wenn wir so weiterspielen wie letzte Woche und auch heute, dann können wir die drei Punkte nur erzwingen.“