Kohfeldt stellt Delaney ein Ultimatum

Werder-Coach Florian Kohfeldt hat in seiner ersten Saison als Cheftrainer in der Bundesliga direkt eingeschlagen. Nach dem Saisonfinale sprach der 35-Jährige über die Ziele des Vereins, seine persönliche Zukunft in Bremen und vor allem die personellen Überlegungen für die anstehende Transferperiode.

Besonders Thomas Delaney hat sich mit starken Leistungen in den Fokus großer Mannschaften wie Borussia Dortmund gespielt. Laut der dänischen Zeitung Ekstra Bladet soll Werder bei einem Angebot über 22 Millionen Euro bereit sein, den Mittelfeldspieler abzugeben. „Wenn er nach der WM im Juli zurückkehrt, erwarte ich Klarheit. Bis dahin muss feststehen, ob er bleibt oder geht“, sagte Kohfeldt im Interview mit der Bild und gab einen Einblick ins Gefühlsleben des Dänen: „Er ringt gerade mit sich, was er tut. Er fühlt sich wohl, registriert, dass bei Werder gerade etwas passiert. Aber er hat nur eine Karriere und muss sehen, ob er hier seine Karriereziele erfüllen kann.“

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Auch Torhüter Jiri Pavlenka und Linksverteidiger Ludwig Augustinsson machten in der abgelaufenen Saison auf sich aufmerksam. „Bei Augustinsson oder Pavlenka gibt es nicht den Ansatz eines Gedankens, sie abzugeben. Und es wird auch nicht passieren. Man sollte im Fußball nie nie sagen. Doch hier würde ich klar formulieren: Ludwig und Pavlas spielen im nächsten Jahr hier“, stellte Kohfeldt klar. Der Coach wünscht sich außerdem den ein oder anderen Neuzugang: „Selbst, wenn wir keine Abgänge hätten, würde ich ein, zwei Spieler dazu holen. Wichtig ist, dass die Spieler flexibel und nicht auf eine Position festgelegt sind. Grundsätzlich würde ich mir einen Tick mehr Kreativität wünschen.“

„Ich lasse keinerlei Hintertür offen“

Dafür wird Innenverteidiger Luca Caldirola Bremen im Sommer aller Voraussicht nach verlassen. „Luca hat ja schon gesagt, dass er den Verein im Sommer gerne verlassen würde und das ist auch die richtige Entscheidung“, meinte Kohfeldt. Der Cheftrainer selbst hatte sich dagegen kürzlich festgelegt, seinen bis 2021 laufenden Vertrag an der Weser definitiv erfüllen zu wollen. „Ich will Entwicklungen vorantreiben und das geht nur, wenn ich langfristig plane“, betonte der Fußballlehrer. „Ich versichere: In diesen drei Jahren gibt es nichts anderes, als Werder voranzubringen. Das ist auch eine Orientierung für die Spieler. Nur so kann ich der Mannschaft gegenüber glaubhaft sein. Auch an dieser Aussage, mindestens drei Jahre hier zu bleiben, lasse ich mich messen. Ich lasse keinerlei Hintertür offen.“

Mit der abgelaufenen Saison zeigte sich Kohfeldt nach dem schwachen Start sehr einverstanden: „Ich bin sehr zufrieden. Keine Selbstverständlichkeit bei der schwierigen Ausgangslage.“ Bei der Zielsetzung für die kommende Saison stimmte Kohfeldt Geschäftsführer Frank Baumann, der einen einstelligen Tabellenplatz angepeilt hatte, zu. „Sehe ich genauso“, sagte er. „Ganz wichtig ist mir dabei, nicht in eine Vermeidungsstrategie zu geraten. Wir sollten nicht formulieren, dass wir keinen Fehlstart und nicht in Abstiegsgefahr geraten wollen. Das ist immer nur negativ. Wir müssen uns trauen, nach etwas zu streben und positive Ziele zu formulieren. Wenn wir die dann nicht erreichen, geht die Welt doch auch nicht unter.“ Eine Teilnahme an den europäischen Wettbewerben zu fordern, hielt Kohfeldt aber für „vermessen“.