Kohfeldt und die Qual der Wahl im Angriff

Foto: Oliver Hardt/Bongarts/Getty Images

Der SV Werder Bremen hat sich auf dem Transfermarkt bislang vorrangig auf die Offensive konzentriert: Mit Claudio Pizarro, Martin Harnik und Yūya Ōsako verstärkten sich die Norddeutschen gleich dreifach im Sturm. Dadurch wird sich die Konkurrenzsituation im Bremer Angriff verschärfen.

Die präferierte Aufstellung von Werder-Coach Florian Kohfeldt ist, zumindest gegen ebenbürtige Gegner, das 4-3-3-System. Während die drei Plätze im Mittelfeld mit Philipp Bargfrede als Abräumer sowie Maximilian Eggestein und Rekord-Neuzugang Davy Klaassen als Antreiber bereits vergeben scheinen, wird der Übungsleiter in der offensiven Dreierreihe die Qual der Wahl haben. Mit Max Kruse, Florian Kainz, Fin Bartels, Milot Rashica, Aron Jóhannsson, Johannes Eggestein, Josh Sargent und eben Ōsako, Harnik sowie Pizarro stehen zehn Spieler im Bremer Kader, die für die begehrten Plätze in der Startelf in Frage kämen.

- Anzeige -

Naturgemäß starten nicht alle Profis mit derselben Chance auf einen Stammplatz. Für den jungen Sargent wird es darum gehen, Erfahrungen zu sammeln und sich weiter an das Niveau des Profikaders heranzuarbeiten. Auch Eggestein wird sich kaum große Hoffnungen auf Einsätze von Beginn an machen können. Das einstige Bremer Sturmjuwel stagniert seit längerer Zeit in seiner Entwicklung, in der abgelaufenen Saison kam der 20-Jährige lediglich auf sieben Kurzeinsätze. Gut möglich, dass das Duo vor allem in der U23 zum Einsatz kommt. Jóhannsson würden die Bremer zu einem angemessenen Preis gerne noch im Sommer verkaufen. Der US-Amerikaner laboriert derzeit allerdings an Sprunggelenksproblemen, Verhandlungen über einen Wechsel finden dem Vernehmen nach nicht statt.

Kruse scheint gesetzt, Neuzugänge müssen sich beweisen

Pizarro ist mit seinen bald 40 Jahren ebenfalls kein ernsthafter Kandidat für die Startelf. Der Peruaner dreht in Bremen seine Abschiedsrunde und ist wohl als erfahrener Joker für die Schlussminuten eingeplant. Blieben immer noch sechs Spieler, die allzu häufige Bankaufenthalte vermeiden wollen. Vorbehaltlich etwaiger Verletzungen sollte Kruse nach seinem Bekenntnis zu den Grün-Weißen gesetzt sein. Der Ex-Nationalspieler hat die besten Karten auf das Sturmzentrum. Die Neuzugänge Harnik und Ōsako werden sich zunächst beweisen müssen. Beide besitzen jahrelange Bundesliga-Erfahrung, Ōsako ist aufgrund seiner feineren Technik variabler einsetzbar. Harnik hingegen besitzt den Vorteil, ein alter Weggefährte Kruses zu sein.

Einen ähnlichen Bonus genießt Bartels. Der 31-Jährige hat sich seit 2014 in Bremen und an Kruses Seite etabliert. Abzuwarten bleibt, in welcher Verfassung der Rechtsfuß nach seiner schweren Verletzung an der Achillessehne zurückkehrt. Sein letztes Pflichtspiel datiert schließlich aus dem Dezember vergangenen Jahres. Der Österreicher Kainz spielte sich in der Rückrunde der abgelaufenen Saison in den Fokus und glänzte des Öfteren mit seinem Tempo und seiner Wendigkeit. Ein ausgemachter Torjäger ist der 25-Jährige allerdings nicht: In 30 Saisonspielen gelangen ihm lediglich drei eigene Treffer (und drei Vorlagen).

Rashica wartet auf den Durchbruch

Rashica war der Bremer Königstransfer des Winters, schaffte den Sprung aus der niederländischen Eredivisie in die Bundesliga aber nicht reibungslos. Zehn Pflichtspieleinsätze verbuchte der Kosovare bislang für die Norddeutschen, dabei gelang ihm nur ein Treffer. Mit seiner spielerischen Klasse und einer vollständig absolvierten Saisonvorbereitung im Rücken kommt dem 22-Jährigen für die kommende Spielzeit allerdings eine Favoritenrolle zu. Im Testspiel gegen den OSC Bremerhaven war Rashica doppelt erfolgreich, die besten Schützen der Vorbereitung sind bislang aber Kruse (vier Treffer) und Harnik (drei Treffer).