Kohfeldt verbittet sich die Selbstzufriedenheit

Nach dem wichtigen 3:1-Erfolg des SV Werder Bremen über den VfL Wolfsburg herrschte aufseiten der Grün-Weißen durchweg gute Stimmung. Allerdings wiesen sowohl die Spieler als auch der Trainer auf die weiterhin gefährliche Tabellensituation hin und lenkten den Fokus auf die kommenden Partien.

Die Norddeutschen rückten mit diesem Sieg bis auf einen Punkt an den VfL heran und haben nun drei Zähler Vorsprung vor dem Relegationsplatz. „Wir wussten, dass der Spieltag für uns sehr gut sein kann, wenn wir gewinnen. Wir sind sehr froh über den Sieg“, freute sich Stürmer Max Kruse. Innenverteidiger Niklas Moisander, der den Elfmeter vor dem zwischenzeitlichen 1:2-Anschlusstreffer der Gäste verschuldet hatte, schloss sich dieser Meinung an. „Das war ein extrem wichtiger Sieg“, erklärte der Finne, fügte aber relativierend hinzu: „Die Bundesliga ist so eng, da müssen noch einige folgen.“

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Auch Coach Florian Kohfeldt bremste die Euphorie ein wenig und forderte zum sofortigen Fokus auf die weiteren Aufgaben auf. „In der Bundesliga kann man nichts konservieren. Wenn man von einer Welle spricht, ist sie meistens schon wieder vorbei. Ich weiß, ich klinge langweilig, aber der nächste wichtige Termin ist das Training am Mittwoch. Mir gehen die Themen nicht aus“, meinte der 35-Jährige. „Wir sollten uns überhaupt keinen Moment Selbstzufriedenheit gönnen. Wir haben sehr wichtige Spiele vor uns und müssen jetzt weitermachen. Wir glauben aber an unseren Weg und den werden wir mit aller Konsequenz weitergehen. Dann bin ich auch davon überzeugt, dass wir die Klasse halten werden.“

Werder-Trainer lobt die Chemie in der Mannschaft

Dennoch zeigte sich der Übungsleiter besonders mit dem Teamgeist zufrieden. „Es zeichnet uns aktuell aus, dass jeder sich in den Dienst der Mannschaft stellt und trotzdem glänzt. Die Chemie stimmt einfach momentan“, lobte Kohfeldt. Kapitän Zlatko Junuzović ist optimistisch, dass die Bremer sich in den nächsten Partien Luft im Abstiegskampf verschaffen werden: „Ich bin sehr zuversichtlich und sehr positiv gestimmt, weil wir die letzten Wochen auch so gespielt haben. Wir haben zu unserer spielerischen Linie gefunden.“

Ungewissheit herrscht derweil weiterhin über die Zukunft von Lamine Sané. Der Innenverteidiger wurde nach seinem unentschuldigten Fehlen im Training suspendiert und von der ersten Mannschaft ausgeschlossen. Auf der Pressekonferenz am Freitag berichtete Geschäftsführer Frank Baumann von mehreren Interessenten am Senegalesen. Nur kurz darauf stellte Sané gegenüber der Bild klar: „Ich habe nichts.“ Baumann scheint von einer baldigen Trennung dennoch überzeugt. „Es gibt nach wie vor In­ter­es­se von ei­ni­gen Klubs aus dem Aus­land. La­mi­ne wird des­halb in den nächs­ten Tagen un­ter­wegs sein“, kündigte der Ex-Profi an.