Korkut-Debüt und Gómez-Rückkehr

Debüt von Tayfun Korkut, Rückkehr von Mario Gómez – das Gastspiel des VfB Stuttgart beim VfL Wolfsburg birgt einige interessante Schauplätze. Während die Schwaben mit dem ersten Auswärtssieg für den Umschwung sorgen wollen, hoffen die Niedersachsen, sich am Samstagnachmittag endgültig vom Keller zu distanzieren.

Wolfsburg bleibt in dieser Saison eine Wundertüte, auch unter Martin Schmidt bekommen die Niedersachsen einfach keine Konstanz rein. Entsprechend wechselhaft waren die jüngsten Ergebnisse: Auf ein Remis in Dortmund (0:0) folgte eine Niederlage in Frankfurt (1:3), zuletzt gelang ein Sieg in Hannover (1:0). Die Ziele des VfL allerdings sind unverändert groß. „Der 13. Platz ist nicht das höchste Gut, das wir erreichen wollen“, stellte Schmidt, der die „Wölfe“ seit September betreut, vor dem Duell mit Stuttgart fest. „Wir wollen noch zwei, drei oder vier Plätze klettern und das werden wir in den nächsten Spielen angehen.“ Mittelfristig wünscht sich der VfL schließlich die Rückkehr ins internationale Geschäft. Aktuell jedoch muss er stattdessen weiter den Blick nach unten richten. Sechs Punkte beträgt der Vorsprung auf den Relegationsrang aktuell. Gelingt also ein Sieg gegen Stuttgart, können die Niedersachsen erst mal kräftig durchatmen. Personell hat Schmidt mit Admir Mehmedi inzwischen eine Alternative mehr. Der Ex-Leverkusener könnte direkt in die Startelf rücken.

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Deutlich weniger komfortabel sieht die Situation in Stuttgart aus. Die gute Stimmung aus dem Sommer nämlich ist inzwischen längst verflogen. Nach zuletzt sieben Niederlagen in acht Pflichtspielen griff der VfB daher jüngst zur letzten Patrone und trennte sich von Hannes Wolf. Neue Energie aber schien der Trainerwechsel zunächst nicht freigesetzt zu haben, die Fans nämlich liefen Sturm gegen Nachfolger Tayfun Korkut. Entsprechend brenzlig könnte es am Samstag werden: Gelingt den Schwaben nicht der ersehnte erste Auswärtssieg, gärt es mehr denn je zwischen Anhängern, Mannschaft und Vereinsführung. Korkut jedenfalls zeigte sich, zumindest nach außen hin, unbeeindruckt von der Unruhe. Das Duell in Wolfsburg sei eine „Chance, nicht nur zu punkten“, erklärte der 43-Jährige, „sondern einen Dreier zu setzen und die negative Auswärtsserie zu stoppen.“ Um dieses Ziel zu erreichen, könnte er manch Veränderung an Formation und Ausrichtung vornehmen. In die Karten schauen ließ sich Korkut am Freitag aber naturgemäß nicht. Angesichts des Drei-Punkte-Zwangs könnte er eine offensivere Ausrichtung wählen als zuletzt mit einer Sturmspitze.

VfL Wolfsburg: Casteels – Verhaegh, Bruma, Knoche, Tisserand – Guilavogui, Arnold – Mehmedi, Didavi, Malli – Origi

VfB Stuttgart: Zieler – Pavard, Baumgartl, Kamiński, Insúa – Gentner, Ascacíbar – Akolo, Donis – Ginczek, Gómez

Ein Sieg ist eigentlich Pflicht für Korkut bei seinem Debüt, anders nämlich dürfte sich die Missstimmung beim VfB kaum verscheuchen lassen. Zentral dafür dürfte sein, ob es der Neue innerhalb der vergangenen Tage geschafft hat, neue Offensivkräfte beim Aufsteiger freizusetzen. Mit 16 Toren schließlich stellt Stuttgart aktuell die schlechteste Offensive der Liga – für Korkut dürfte offensichtlich sein, woran er zu arbeiten hat. Wolfsburg dagegen dürfte wie üblich vor allem über die individuelle Qualität insbesondere der Angriffsreihe kommen.