Korkuts Krönung, hässliche Szenen in Hamburg

Tayfun Korkut veredelt seine beeindruckende Erfolgsserie als Trainer beim VfB Stuttgart mit einem 4:1-Sieg beim FC Bayern München und der möglichen Europapokal-Teilnahme. Im Hamburger Volksparkstadion brechen nach dem ersten Abstieg der Vereinsgeschichte Tumulte aus. Top und Flop des 34. Spieltags.

Top: Tayfun Korkut
Kaum einem Trainer in der Bundesliga war zu seinem Amtsantritt so viel Gegenwind entgegengeschlagen wie Korkut in Stuttgart – und selten strafte ein Trainer seine Kritiker derart Lügen wie der 44-Jährige. Der eindrucksvolle 4:1-Auswärtssieg in München markierte einen würdigen Schlusspunkt für eine starke Rückrunde der Schwaben, an der der Nachfolger des nach dem 20. Spieltag entlassenen Hannes Wolf großen Anteil hat. Nur eine Niederlage kassierte der VfB unter Korkut, der einen überdurchschnittlich guten Punkteschnitt von 2,21 aufweist. Dem Deutsch-Türken gelang es, dem Aufsteiger im 4-4-2-System wieder neue Stabilität zu verleihen, Führungsspieler wie Christian Gentner und Mario Gómez waren schnell begeistert von den Ansprachen des neuen Coaches und fanden zu alter Stärke. Gegen die Bayern überraschte er mit mutigem Konterspiel und der ständigen Rotation von Stoßstürmer Daniel Ginczek und Flügelspieler Chadrac Akolo. Nun darf Korkut wahrscheinlich sogar für Europa planen. Wenn Eintracht Frankfurt im DFB-Pokal-Endspiel gegen die Bayern nicht gewinnt, startet der VfB in der zweiten Qualifikationsrunde für die Europa League.

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Flop: HSV-Randalierer
Sportlich verabschiedete sich der HSV erhobenen Hauptes aus der ersten Liga. Beim 2:1-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach stellte der Tabellenvorletzte erneut unter Beweis, dass der unter Trainer Christian Titz eingeschlagene Weg in die richtige Richtung geht. Für den Klassenerhalt reichte der Heim-Dreier dennoch nicht – und das veranlasste Teile der Fans dazu, völlig aus dem Rahmen zu fallen. Einige Chaoten zündeten Pyrotechnik und warfen schwarze Rauchbomben in den Strafraum der Borussia, Hundertschaften der Polizei kamen auf den Rasen, um einen Platzsturm zu verhindern. Hässliche Szenen, die den Abpfiff um rund 15 Minuten verzögerte und für Unverständnis bei den Verantwortlichen sorgte. „Solche Leute gehören aus dem Stadion ausgesperrt und verhaftet“, meinte Titz nach dem Spiel bei Sky. Vorbildlich war dagegen die Reaktion der überwiegenden Mehrheit des Anhangs. Mit einem gellenden Pfeifkonzert sowie „Wir sind Hamburger und ihr nicht“-Rufen distanzierte sich ein Großteil des Stadions von den Randalierern.