Kovač über Lewandowski: „Er wird diesen Verein nicht verlassen“

Foto: Alexandra Beier/Bongarts/Getty Images

Eine unnötige Niederlage gegen Ex-Trainer Pep Guardiola, Wechselgerüchte um Jérôme Boateng und Arturo Vidal sowie ein immer noch abwanderungswilliger Robert Lewandowski: Trotz einiger Baustellen lächelte Niko Kovač am Ende seiner ersten Dienstreise mit dem FC Bayern München.

„Das Fazit der Reise ist trotz der Niederlage sehr positiv. Wir haben die Tage sehr gut genutzt und uns körperlich auf ein höheres Niveau gebracht“, sagte der neue Bayern-Coach nach der Niederlage gegen Manchester City in Miami. Vor der Rückkehr von der Marketing-Tour in den USA legte Kovač aber trotz „vieler guter Offensivaktionen“ auch den Finger in die Wunde: „Wir sind defensiv nicht so stabil, wie ich es mir vorstelle. Wir haben in der Rückwärtsbewegung zu viele leichte Fehler gemacht. Wir müssen uns in der Verteidigung verbessern. Das habe ich der Mannschaft auch schon gesagt.“

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Gegen City mit Ex-Coach Guardiola verspielten die Bayern eine 2:0-Führung durch Meritan Shabani (15.) und Arjen Robben (23.) leichtfertig. Neben der wackligen Defensive sah auch Torhüter Sven Ulreich bei den Gegentreffern von Lukas Nmecha (51.) und Bernardo Silva (70.) nicht gut aus. „Das ist schon ärgerlich. Ich will immer gewinnen. Wenn du 2:0 führst, darfst du nicht mehr verlieren“, sagte Robben. Besonders Silvas erster Treffer (45.+1) rief bei Kovač Kritik hervor. „Man darf nicht in der 45. Minute den Anschlusstreffer kassieren“, sagte der 46-Jährige.

„Das Schlechte werden wir jetzt aufarbeiten“

In den kommenden Wochen muss Kovač nun vor allem am Feinschliff arbeiten. Im Trainingslager am Tegernsee (2. bis 9. August) hat der Ex-Frankfurter erstmals seinen kompletten Kader zur Verfügung, nachdem die WM-Fahrer erst seit ein paar Tagen wieder im Training sind. „Das Schlechte werden wir jetzt aufarbeiten. Wir werden jetzt nicht die Nerven verlieren“, sagte Kovač nach der zweiten Pleite auf der US-Tour. Zuvor hatte es bereits ein 0:2 gegen Juventus Turin gegeben. Alle fünf Gegentore seien Geschenke gewesen, sagte Robben, der nicht nur bei seinem Tor glänzend mit Franck Ribéry harmonierte. Der Franzose wusste derweil in der Rolle als Spielmacher zu gefallen.

In München muss sich Kovač aber nicht nur mit der Stabilisierung seiner Defensive beschäftigen, es stehen auch wichtige Personalentscheidungen an. „Stand ist ganz klar – er wird diesen Verein nicht verlassen“, sagte Kovač mit Blick auf den nach wie vor wechselwilligen Lewandowski im Interview mit Sky Sport News HD. „Jeder hat das Recht, seinen Wunsch zu äußern. Es ist richtig, dass Robert damit spielt, woanders hinzugehen. Nur das eine ist, was er gerne möchte und das andere ist, was wir möchten“, sagte der 46-Jährige weiter. Lewandowski besitzt beim FC Bayern noch einen Vertrag bis 2021, „den wird er erfüllen“, sagte Kovač. Bei Boateng (Paris) und Vidal (Inter Mailand) sind die Münchner hingegen gesprächsbereit. Die Ablösesumme muss stimmen. Das Duo könnte zusammen rund 100 Millionen Euro erlösen.

„Ich bin ein Trainer, der alles gewinnen möchte“

Während des zweiten Trainingslagers am Tegernsee steht in der Münchner Arena am 5. August ein Spiel gegen Manchester United an, am 12. August folgt mit dem Supercup-Duell gegen Eintracht Frankfurt das erste Pflichtspiel. „Wenn alle an Bord sind, werden wir eine ganz andere Schlagfertigkeit haben. Ich bin ein Trainer, der alles gewinnen möchte“, sagte Kovač und gab damit die Richtung für die kommenden Wochen vor.

(cbe/sid)