Kreativkopf außen vor: Kein Platz für Malli

Die Offensive des VfL Wolfsburg liegt brach, Yunus Malli spielt momentan dennoch keine Rolle. Erstmals in seiner Zeit beim VfL stand der offensive Mittelfeldspieler aus Leistungsgründen nicht im Kader.

Schon bei der 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04 musste Malli 90 Minuten auf der Bank schmoren. Am vergangenen Samstag schaffte er es nicht einmal in das Aufgebot für das Auswärtsspiel bei Hertha BSC (0:0) – ein Novum. 17 seiner 25 Liga-Einsätze bestritt Malli über die volle Distanz, mit fünf Treffern und drei Vorlagen ist er nach Daniel Didavi zweitbester Scorer der „Wölfe“. Mit Mallis Verbannung aus dem Kader setzte Trainer Bruno Labbadia ein deutliches Zeichen – auch wenn er die Degradierung des technisch versierten Spielmachers nicht an die große Glocke hängen wollte. „Es gibt immer Grenzfälle, und mit Didavi hatten wir schon einen Zehner auf der Bank“, meinte der VfL-Coach laut Sportbuzzer.

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Entlarvend ist allerdings, dass sich Mallis Konkurrenz in der Offensive nicht mal aufdrängt – von einem Luxusproblem kann keine Rede sein. Gegen Berlin setzte Labbadia mit Josip Brekalo, Victor Osimhen und Landry Dimata auf frisches Blut in vorderster Front. Das Trio kommt gemeinsam auf zwei Saisontore, beide gehen auf Brekalos Konto. Labbadia musste früh erkennen, dass er mit dieser Besetzung überhaupt keine Wirkung erzielte. Zur Pause brachte er Didavi, der allerdings nur minimale Besserung brachte. In den vergangenen 14 Spielen traf der VfL jeweils höchstens einmal, eine solche Negativserie gab es in der Vereinshistorie noch nie. Dass Malli für die Dauerflaute bestraft wird, sorgt für Frust.

Coach fordert Kollegialität ein

Labbadia zeigt dafür Verständnis. „Enttäuschung kann ich total verstehen, ich bin immer für ein Gespräch bereit. Aber der Trainer entscheidet und hält danach den Kopf dafür hin“, wird der erfahrene Bundesliga-Coach vom Kicker zitiert, gleichwohl appellierte er an die Mannschaftsdienlichkeit der Reservisten: „Wenn jemand sein persönliches Schicksal über die Mannschaft oder den Verein stellt, wäre das ein schlechtes Signal.“ Für Malli heißt das: im Training auf sich aufmerksam machen und sein zweifellos vorhandenes Potenzial wieder auf den Platz bringen. Dann ist er für das wichtige Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr) wieder eine Option.

An die Breisgauer hat der flexible Offensivakteur gute Erinnerungen. Im Hinspiel siegte der VfL mit 3:1 – auch dank eines Doppelpacks von Malli. Womöglich für Labbadia ein Anreiz, den laufstarken 26-Jährigen zurück in die Startelf zu beordern. Verbessert sich seine Situation bis zum Saisonende jedoch nicht signifikant, wird Malli auch im Falle des Ligaverbleibs seine Zukunft in Wolfsburg abwägen. Zum Sommer kommt in Person von Felix Klaus neue Konkurrenz für die offensive Dreierreihe, weitere Verstärkungen im Offensivbereich sind wahrscheinlich. Ein Abnehmer würde sich für einen hochveranlagten Fußballer wie Malli auch in der ersten Liga definitiv finden.