Kroatien folgt Frankreich ins Finale

Foto: Dan Mullan/Getty Images

Die kroatische Nationalmannschaft steht im Finale der Weltmeisterschaft in Russland. Gegen England setzten sich die Osteuropäer mit 2:1 (1:1) nach Verlängerung durch. Gegner am Sonntag (17 Uhr) wird Frankreich sein.

Im Vergleich zum 6:5 nach Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Gastgeber Russland gab es bei den Kroaten von Trainer Zlatko Dalić eine Veränderung: Andrej Kramarić wurde von Marcelo Brozović ersetzt. Englands Coach Gareth Southgate setzte auf exakt die Elf, die schon im Achtelfinale gegen Kolumbien (5:4 n.E.) gewann und im Viertelfinale Schweden (2:0) schlug.

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England kam gut in die Partie und hatte früh seine erste aussichtsreiche Möglichkeit: Kieran Trippier trat zu einem Freistoß aus rund 20 Metern an. Diesen setzte der Rechtsverteidiger wunderschön zum 1:0 unter die Latte (5.). Kroatien kam in der ersten Viertelstunde nicht in die Partie; die frühe Führung der „Three Lions“ zeigte Wirkung. Den ersten Abschluss für die Osteuropäer verbuchte Ivan Perišić, der knapp verfehlte (19.). Trotz der Chance agierte Kroatien nervös, während die Männer von der Insel leichtfüßig auftraten. Die Riesenchance aufs 2:0 bekam Harry Kane. Angespielt von Jesse Lingard tauchte der Stürmer vor Danijel Subašić auf, scheiterte aber am Keeper der Kroaten (30.). Der Nachschuss ging an den Posten.

Ante Rebić (Eintracht Frankfurt) hatte etwas später eine gute Möglichkeit für Kroatien, brachte aber nicht die nötige Präzision zustande (31.). Die Partie war in dieser Phase sehr lebhaft. Die nächste Großchance bekam Lingard nach einem Ballgewinn der „Three Lions“. Der Angreifer probierte es aus 17 Metern per Schlenzer; es fehlte die Genauigkeit (35.). Mehr passierte vor der Pause nicht. Die englische Führung zur Halbzeit war durchaus verdient. Die „Three Lions“ waren das aktivere Team und hatten die besseren Chancen. Kroatien musste sich nach Wiederanpfiff steigern.

Perišić egalisiert Englands Führung

Nach dem Seitenwechsel versuchte Kroatien, Druck auf die englische Hintermannschaft aufzubauen. Lücken fand die Elf von Trainer Dalić zunächst aber nicht. Immer wieder war Kyle Walker da und klärte brenzliche Situationen. Hatten sie vor der Pause noch einige Möglichkeiten, so taten sich in Abschnitt zwei erst einmal auch die Engländer in der Offensive schwer. Mitte der zweiten Hälfte kam Perišić zu einer vielversprechenden Schusschance für Kroatien. Sein Versuch wurde von Walker geblockt (65.). Wenig später hatte der Angreifer von Inter Mailand aber mehr Erfolg und verwertete eine Flanke von Šime Vrsaljko zum 1:1 (68.). Der bis dato starke Walker hatte in dieser Szene das Nachsehen.

England wurde nun nervös und hatte Glück, dass Perišić mit seinem nächsten Versuch am Pfosten scheiterte (72.). Auf der Gegenseite wurde es gefährlich, als Lingard im Sechzehner auftauchte. Seinen Abschluss verzog der Angreifer jedoch (76.). Die „Three Lions“ hatten jetzt Probleme, den eigenen Spielaufbau strukturiert abzuwickeln. Kroatien gewann die Oberhand und hätte durch Mario Mandžukić auf 2:1 stellen können, doch Jordan Pickford war zur Stelle (83.). Sekunden später profitierte der Keeper davon, dass Perišić seinen Patzer nicht nutzen konnte (84.). Es folgte die Verlängerung.

Mandžukić gelingt der entscheidende Treffer

In dieser passierte lange nichts, ehe John Stones mit einem Kopfball um ein Haar das 2:1 erzielte. Vrsaljko stand richtig und klärte auf der Linie (98.). Ähnlich knapp war es, als Pickford gegen Mandžukić rettete (105.+2). Brozović kam nach dem Seitenwechsel zu einer Chance, zog seinen Abschluss aber am Pfosten vorbei (108.). Die nächste Gelegenheit konnte Kroatien dann nutzen: Mandžukić erzielte das 2:1 (109.). Die Vorarbeit kam von Perišić, der das Leder mit dem Hinterkopf in den Sechzehner brachte. Zwar drückte England noch einmal, ein Tor fiel aber nicht mehr.