La Liga: Dreikampf um die Spitze hinter der Spitze

Foto: Cristina Quicler/AFP/Getty Images

Der FC Barcelona, Real Madrid und Atlético Madrid machten die spanische Meisterschaft in den vergangenen Jahren stets unter sich aus und bilden die fußballerische Elite der La Liga. Dahinter entbrennt in der Regel ein enger Kampf um den vierten Rang und den damit einhergehenden verbleibenden Champions League-Startplatz.

Auch in der kommenden Spielzeit wird das Rennen um die Spitze hinter der Spitze für die meisten Vereine das höchste der Gefühle bleiben. Zu groß ist der qualitative Unterschied zwischen dem Top-Trio und dem Rest der Liga. Die üblichen Verdächtigen auf den vierten Rang sind der FC Valencia, der FC Sevilla und der FC Villarreal. In der vergangenen Saison erarbeitete Valencia sich einen 12-Punkte-Vorsprung vor Villarreal auf dem fünften Tabellenplatz und sicherte sich die Qualifikation zur Königsklasse. Damit geht auch die Favoritenrolle für die neue Spielzeit an die „Fledermäuse“, zumal sie auf den ersten Blick den stärksten Kader besitzen.

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Der FC Valencia besticht durch eine hochwertige Doppelbesetzung auf beinahe jeder Position. Die Auswahl besteht aus talentierten Spaniern wie Linksverteidiger José Gayá, Mittelfeldspieler Carlos Soler sowie Mittelstürmer Rodrigo und Profis mit internationaler Erfahrung wie den beiden Ex-„Gunners“ Gabriel Paulista und Francis Coquelin sowie Antreiber Geoffrey Kondogbia und Angreifer Simone Zaza. Kondogbia war in der vergangenen Saison bereits von Inter Mailand geliehen, seine feste Verpflichtung ließ sich Valencia 25 Millionen Euro kosten. Weitere Sommertransfers sind Mouctar Diakhaby von Olympique Lyon, Cristian Piccini von Sporting Lissabon und Daniel Wass von Celta Vigo.

Sevilla und Villarreal als Herausforderer

Valencia hat unter Trainer Marcelino wieder in die Erfolgsspur gefunden und will auch künftig in die Champions League einziehen. Das Spezialgebiet des FC Sevilla liegt in einem anderen Wettbewerb: Die Andalusier gewannen zwischen 2014 und 2016 dreimal in Folge die Europa League. Dabei waren die „Blanquirrojos“ nie der Top-Favorit. Sevilla überzeugte mit defensiver Kompaktheit, einem schnellen Umschaltspiel und großer Effektivität vor dem gegnerischen Tor. Der Kern der Mannschaft besteht aus Abwehrchef Simon Kjær, Organisator Steven Nzonzi und Stürmer Wissam Ben Yedder. Die „Sevillistas“ verstärkten sich in erster Linie quantitativ: Ibrahim Amadou, Joris Gnagnon und Torhüter Tomáš Vaclík sollen die Defensive stabilisieren.

Sevilla hat nach Unai Emerys Abgang im Sommer 2016 bereits vier Trainer verschlissen. Auch der aktuelle ist neu: Pablo Machín soll den Erfolg bringen. Der FC Villarreal nimmt die Außenseiterrolle ein. Das „Gelbe U-Boot“ investierte in der laufenden Transferperiode eine Menge Geld, um konkurrenzfähig zu bleiben. Gerard Moreno, Karl Toko Ekambi, Roger Martínez und Santiago Cáseres kosteten allesamt zweistellige Millionenbeträge. Ansonsten bilden Spanier die entscheidende Achse: Schlussmann Sergio Asenjo, Innenverteidiger Víctor Ruiz, Rechtsverteidiger Mario Gaspar, die Mittelfeldspieler Manu Trigueros und Pablo Fornals sowie Flügelstürmer Samu Castillejo geben in Villarreal den Takt vor.

Valencia in der Favoritenrolle

Der Verein aus der Region Castellón spielte 2011/12 letztmals in der Königsklasse und sehnt sich nach einer Rückkehr auf das gehobene europäische Parkett. Die drei Klubs haben die obere Tabellenhälfte der La Liga quasi abonniert. Das Trio verfügt über talentierte wie erfahrene Spieler. Der FC Valencia hat die höchste individuelle Qualität und somit die Pole-Position inne, Sevilla verfügt über den unbändigen Siegeswillen und die nötige Cleverness, der FC Villarreal ist der aufgerüstete Außenseiter. Sollte sich kein Überraschungsteam nach vorne schieben, steht den spanischen Fußballfans ein spannender Dreikampf bevor.