Labbadia: „Wir haben getan, was wir tun mussten“

Verhaltene Freude, gebremster Jubel: Für den VfL Wolfsburg war der 4:1-Sieg gegen den 1. FC Köln nur ein Etappensieg im Rennen um den endgültigen Klassenerhalt in der Relegation.

„Wir haben getan, was wir tun mussten“, sagte Bruno Labbadia ohne eine Miene zu verziehen. Der sonst so emotionale Trainer machte ganz schnell einen Haken hinter den Erfolg gegen Köln und den Triumph im Fernduell mit seinem einstigen Arbeitgeber Hamburger SV. Selbst die Frage nach seinen Empfindungen über den ersten Abstieg des Bundesliga-„Dinos“, den der Ex-Nationalspieler gleich zweimal trainiert hatte, lockte ihn nicht aus der Reserve: „Ich war in Gedanken nur bei meinem aktuellen Verein. Aus der Ferne retten konnte ich den HSV doch sowieso nicht.“

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Wirklich aufatmen nach einer desaströsen Saison kann und will man am Mittellandkanal erst, wenn mit dem Zweitliga-Dritten Holstein Kiel auch der letzte Gegner im Kampf um den Klassenerhalt aus dem Weg geräumt ist. Und darauf war nach dem letztlich ungefährdeten Erfolg gegen die Rheinländer ganz schnell wieder der Fokus gerichtet. „Zweimal müssen wir noch unseren Glauben leben“, sagte Labbadia. „Eigentlich hatten wir 33 Spiele Zeit, alles rechtzeitig in Ordnung zu bringen“, sagte Maximilian Arnold. Immerhin: Diesmal war der Kapitän nicht der einzige, der in puncto Einsatz und Leidenschaft keine Wünsche offen ließ.

Funke zu den Fans ist wieder übergesprungen

„Aber dafür allein dürfen wir uns nicht feiern lassen“, erklärte Torhüter Koen Casteels, und so geschah es auch: Das Publikum erhob sich nach Spielende kurz von den Sitzen, ausgelassener Jubel war nicht angesagt. Ohnehin waren nur die Treuesten der Treuen in die Arena gekommen, die beschämenderweise mit 26.112 Besuchern bei einer derart wichtigen Partie nicht einmal ausverkauft war. Dies dürfte sich am Donnerstag (20.30 Uhr) ändern, wenn der Außenseiter aus Schleswig-Holstein zum Hinspiel in Wolfsburg gastiert. Schon am Samstag bildeten sich an den Vorverkaufskassen lange Schlangen. Labbadia baut auf die eigene Routine und die spielerischen Fortschritte, die seine Schützlinge zumindest phasenweise unter Beweis stellten.

„Wir wollen gegen Kiel noch zweimal zeigen, dass wir zu Recht in die erste Liga gehören“, erklärte Josip Brekalo. Der quirlige Kroate bereitete drei Tore vor und erzielte den letzten Treffer selbst. Nach Wochen der fußballerischen Ödnis war die Partie gegen am Ende überforderte Gäste tatsächlich ein Fortschritt. „Der Funke zu den Fans ist wieder übergesprungen. Auch das ist ein Erfolgserlebnis, das wir gerne mitnehmen“, sagte Labbadia. Und in der Relegation vielleicht sogar ein entscheidendes.

(sid)