Leipzig und das internationale Standing

„Das erste Mal“: So lautet das Motto, das RB Leipzig für die Saison im europäischen Wettbewerb ausgerufen hat. Der erst 2009 gegründete Klub erkundet zum ersten Mal die Stadien Europas. Dabei muss er sich erst profilieren, denn außerhalb Deutschlands sind die „Roten Bullen“ größtenteils unbekannt.

Der erste internationale Auswärtsauftritt war die Partie im Vodafone Park von Beşiktaş Istanbul. Während die Türken ihr Stadion noch fast komplett füllen konnten, gelang das dem FC Porto und der AS Monaco nicht. Im Fürstentum gewann RB vor nicht einmal 10.000 Zuschauern mit 4:1 gegen den Halbfinalisten des letzten Jahres. Eigentlich die perfekte Eigenwerbung, doch das Interesse hielt sich in Grenzen. RB fehlt das Standing der anderen deutschen Top-Klubs.

- Anzeige -

Bayer Leverkusen, Schalke 04, Borussia Dortmund, Borussia M’gladbach und natürlich der FC Bayern München sind seit Jahren Dauergäste auf der internationalen Bühne. Entsprechend bekannt sind die Vereine auch im Ausland. Sogar Klubs wie der 1. FC Köln, der in dieser Saison nach 25 Jahren Abstinenz wieder im Europapokal vertreten war, verfügt über einen Wiedererkennungswert. RB jedoch ist dafür schlicht zu neu.

Ziel ist die langfristige Etablierung

„Ich kenne die Mannschaft noch nicht so gut. Wir müssen noch viele Videos anschauen, sowohl von der Defensive als auch der Offensive“, sagte Neapels slowakischer Mittelfeldspieler Marek Hamšík bei Sport1 über die Leipziger. Zumindest rein fußballerisch kann es ein Vorteil sein, nicht bekannt zu sein. RB ist dadurch schwerer zu berechnen. Dennoch wird die weitere Verbreitung des Projekts RB Leipzig und die langfristige Etablierung des Klubs in Europa das Ziel der Vereinsführung sein. Jüngst bestätigte dies auch Geschäftsführer Oliver Mintzlaff. Ein erster Schritt auf diesem Weg ist eine erfolgreiche Zwischenrunde gegen den SSC – und anschließend die erneute Qualifikation für den europäischen Wettbewerb.