Leverkusen kämpft sich gegen Werder ins Halbfinale

Bayer 04 Leverkusen ist durch einen 4:2 (2:2)-Sieg nach Verlängerung ins Halbfinale des DFB-Pokals eingezogen. In einer spektakulären Partie bewiesen die Rheinländer Moral und kämpften sich trotz eines Zwei-Tore-Rückstands in die Partie. Werder zeigte ein starkes Spiel, konnte der Offensivkraft von Bayer aber nicht standhalten.

Im Vergleich zum 0:0 in Freiburg wechselte Bayer-Coach Heiko Herrlich dreimal: Lars Bender, Julian Brandt und Kevin Volland starteten für Benjamin Henrichs, Karim Bellarabi und Lucas Alario. Auf der anderen Seite nahm Florian Kohfeldt gemessen am 2:1-Erfolg auf Schalke ebenfalls drei Veränderungen vor: Zlatko Junuzović, Florian Kainz und Aron Jóhannsson begannen anstelle von Jérôme Gondorf, Milot Rashica und Ishak Belfodil.

- Anzeige -

Abwarten Fehlanzeige – die Partie in Leverkusen startete rasant: Jonathan Tah traf Max Kruse im Sechzehner, Schiedsrichter Marco Fritz entschied korrekterweise auf Elfmeter (2.). Der Gefoulte trat selbst an und ließ sich die Chance vom Punkt nicht nehmen (4.). Bayer antwortete mit einem starken Kopfball von Leon Bailey, den Jiri Pavlenka glänzend entschärfte (4.). Das Spiel blieb spektakulär: Nach einem Konter setzte Kruse Jóhannsson mit einem feinen Pass in Szene. Der 27-Jährige tauchte frei vor Bernd Leno auf und überlupfte den Keeper der „Werkself“ eiskalt zum 2:0 für die Norddeutschen (7.). Wenig später hätte der 27-Jährige beinahe auf 3:0 erhöht, doch der Leverkusener Abwehrverbund bekam rechtzeitig noch einen Fuß dazwischen und Leno konnte den Ball aufnehmen (10.).

Kurz darauf hätte es erneut Elfmeter für Bremen geben können, nachdem Charles Aránguiz Kruse im Zweikampf mit dem Ellbogen im Gesicht traf. Referee Fritz ließ allerdings weiterlaufen (12.). Die Heimelf hatte große Probleme und bekam die Gäste nicht zu fassen. Immer wieder fand Bremen die Räume zwischen den verteidigenden Viererketten der Rheinländer. Nach 20 Minuten kam die Elf von Herrlich aber besser in die Partie und fand zu ihrer Sicherheit. In der Offensive ging zunächst nicht viel – bis Volland das Spiel nach einer halben Stunde schnell machte und Kohr schickte. Der Mittelfeldmann legte quer auf Brandt, der problemlos zum Anschlusstreffer einschieben konnte (31.). Bremen kam einige Minuten später gefährlich vors Tor, doch Jóhannsson fehlte bei einer scharfen Flanke ein Schritt (37.). Auch Kainz war aus der Distanz nah dran am 3:1, aber Leno rettete (39.).

Leverkusen drängt, Bremen kämpft

Zur Halbzeit brachte Kohfeldt Rashica für Jóhannsson, der gegen Ende der ersten Hälfte über Probleme klagte. Durchgang zwei startete deutlich verhaltener als der erste. Zehn Minuten dauerte es, bis es richtig gefährlich wurde. Dann fasste sich Brandt ein Herz und schweißte den Ball aus sechzehn Metern in den Winkel (55.). Kai Havertz hatte rund eine Viertelstunde nach dem Ausgleich die Möglichkeit, das 3:2 einzuleiten, Miloš Veljković allerdings fing den Querpass des Youngsters ab (69.). Als Maximilan Eggestein wenig später robust gegen Aránguiz in den Zweikampf ging, hatte Bremen Glück, dass es keinen Elfmeter für die Rheinländer gab (73.).

Leverkusen machte nun sehr viel Druck und drängte die Norddeutschen immer weiter hin zum eigenen Tor. Kohr hatte die Möglichkeit zum 3:2, verpasste aber knapp (74.). Aber auch Werder spielte nach vorne. So hatte Thomas Delaney die Chance zur Führung für Werder, doch Tah stellte sich in den Schuss des Mittelfeldmanns (80.). Die Schlussphase war völlig offen, das Spiel hätte in beide Richtungen kippen können. Das letzte Risiko scheuten allerdings beide Mannschaften, um einen Gegentreffer kurz vor Schluss zu vermeiden. Dementsprechend ging es in die Verlängerung.

Bellarabi glänzt innerhalb weniger Minuten

Jene startete zurückhaltend. Zwar klaute Rashica Sven Bender nach knapp zehn Minuten den Ball und war beinahe frei durch, sein Zuspiel allerdings fand keinen Abnehmer (99.). Richtig gefährlich wurde es, als Bailey zum Freistoß antrat und nur am Aluminium scheiterte (102.). Wenig später gab es eine Rudelbildung, nach der der Videobeweises herbeigezogen wurde. Kohr und Bailey sahen die Gelbe Karte (105.+1). Der Jamaikaner jedoch hätte für einen kräftigen Schubser gegen Delaney auch Rot bekommen können.

Im zweiten Abschnitt der Verlängerung bewies Herrlich sein goldenes Händchen: Der in der 108. Minute eingewechselte Karim Bellarabi brachte Leverkusen nach einem Freistoß in Führung (111.). Der Rechtsaußen hatte sogar das 4:2 auf dem Fuß, ließ die Entscheidung gegen Pavlenka aber liegen (115.). Für Werder probierte es Belfodil, doch der Abschluss des Angreifers ging deutlich drüber (116.). Die Entscheidung fiel zwei Minuten vor Schluss: Bellarabi bediente Havertz, der Mittelfeldmann netzte ein (118.).