Leverkusen verpasst die Königsklasse

Bayer Leverkusen hat trotz eines 3:2 (2:0)-Heimsiegs gegen Hannover 96 den Einzug in die Champions League verpasst. Eine schwache Chancenverwertung verhinderte, dass die „Werkself“ das schlechtere Torverhältnis gegenüber der Konkurrenz ausgleichen konnte.

96-Coach André Breitenreiter rotierte nach dem 3:1-Sieg gegen Hertha BSC und dem damit gesicherten Klassenerhalt kräftig durch. Michael Esser, Julian Korb, Josip Elez, Matthias Ostrzolek, Iver Fossum und Sebastian Maier ersetzten Stammtorwart Philipp Tschauner, Miiko Albornoz, Ihlas Bebou, Oliver Sorg, Pirmin Schwegler und Kenan Karaman. Bayer-Trainer Heiko Herrlich brachte im Vergleich zum 0:0 bei Werder Bremen drei Neue. Anstelle von Panagiotis Retsos, Dominik Kohr und Kevin Volland begannen Jonathan Tah, Lars Bender und Lucas Alario. Vor dem Anpfiff wurde neben Stefan Kießling auch Vladlen Yurchenko verabschiedet, der Ukrainer war seit 2014 für die „Werkself“ aktiv. Leverkusen schockte die Gäste gleich mit einem Blitztor. Nach einem langen Ball von Charles Aránguiz zögerte Alario nicht lange und brachte den Ball aus spitzem Winkel im kurzen Eck unter – 96-Keeper Esser machte dabei keine gute Figur (3.).

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Und es wäre beinahe noch dicker für Hannover gekommen. Nach einem Foul von Maier an Julian Baumgartlinger gab es Elfmeter für die Hausherren – Wendell schoss aber rechts am Tor vorbei (6.). Bayer blieb aber die spielbestimmende Mannschaft und legte wenig später unter gütiger Mithilfe der Gäste doch noch nach. Einen zu kurzen Rückpass von Ostrzolek erlief Alario und ließ Esser aus kurzer Distanz keine Chance (18.). Von Hannover kam bis auf einen Kopfball von Martin Harnik (29.) offensiv im ersten Durchgang viel zu wenig, Leverkusen schaltete nach dem 2:0 einen Gang zurück.

96 trifft in der Nachspielzeit doppelt

96-Coach Breitenreiter reagierte auf den schwachen ersten Abschnitt seiner Mannschaft und brachte Bebou für Elez. Wirkung erzielte die Umstellung kaum, Bayer wirbelte offensiv weiter und ließ hinten nichts zu. Brandt sorgte nach Vorarbeit von Bender für die Vorentscheidung (56.). Alario verpasste die Riesenchance zum 4:0, sein Schuss aus kurzer Distanz wurde geblockt (68.). In der Schlussphase wurde der „Werkself“ zudem ein Elfmeter per Videobeweis aberkannt, zuvor hatte Guido Winkmann nach einem Zweikampf zwischen Bebou und Karim Bellarabi auf den Punkt gezeigt (83.).

Am Ende warf Leverkusen alles nach vorne, um die fehlenden zwei Treffer für einen Champions League-Platz zu erzielen. Stattdessen verkürzten die Gäste noch per Doppelschlag auf 2:3. Zunächst schob Niclas Füllkrug nach Vorarbeit von Harnik ein (90.+1), dann setzte der Österreicher selbst nach einer Hereingabe des eingewechselten Eigengewächses Linton Maina den Schlusspunkt (90.+4). Leverkusen verpasste damit Platz vier nur knapp und muss sich mit der Europa League begnügen.