Leverkusen will sich Gladbach vom Leib halten

Im Topspiel der Bundesliga treffen am Samstag (18.30 Uhr) Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach im rheinischen Derby aufeinander. Die „Werkself“ schielt auf die Champions League-Ränge, während Gladbach um den Anschluss an die internationalen Plätze kämpft. Im Hinspiel war Leverkusen als klarer Sieger hervorgegangen.

Am 9. Spieltag schoss Leverkusen die Gladbacher mit 5:1 aus deren eigenem Stadion. Und auch im Achtelfinale des DFB-Pokals im vergangenen Dezember hatte Leverkusen die Nase vorn. Leon Bailey erzielte damals beim 1:0-Sieg im Borussia-Park den goldenen Treffer. Nachdem der junge Jamaikaner in Wolfsburg (2:1) geschont wurde, wird er am Samstag wieder in der Startelf erwartet. Aber auch ohne seinen Top-Scorer (neun Tore, fünf Vorlagen) nahm der Tabellenfünfte drei Punkte aus Wolfsburg mit. In der Ferne läuft es ohnehin gut für Bayer, zuhause dagegen drückt der Schuh. Während die „Werkself“ in den letzten vier Auswärtspartien zehn Punkte sammelte, wurden drei der letzten vier Heimspiele verloren. Zuletzt hieß es gegen Hertha und Schalke jeweils 0:2. Für Heiko Herrlich wäre es deshalb der richtige Zeitpunkt, zuhause wieder in die Spur zu finden. „Wir könnten einen Konkurrenten deutlich auf Abstand halten: Nach einem Sieg wären es neun Punkte Abstand – bei noch acht verbleibenden Spielen“, bilanzierte der frühere Stürmer, der zwischen 1993 und 1995 für die „Fohlen“ auflief, auf der Pressekonferenz. Bayer stehen bis auf Tin Jedvaj alle Spieler zur Verfügung.

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Gladbach hat seine Negativserie von vier Niederlagen in Folge überwunden und sammelte in den vergangenen beiden Spielen in Hannover (1:0) und gegen Bremen (2:2) vier Zähler. Mit dem Remis im Heimspiel gegen Werder kann Trainer Dieter Hecking aber nicht zufrieden sein, schließlich gab seine Mannschaft eine 2:0-Pausenführung noch aus der Hand. Mit 35 Punkten rangiert die Borussia auf Platz acht, vier Punkte hinter Leipzig und sechs hinter dem kommenden Gegner aus Leverkusen. Mit einem Sieg bliebe die Elf von Dieter Hecking weiterhin im Rennen um die internationalen Plätze. Der 51-Jährige weiß aber, dass „wir ganz sicher eine herausragende Leistung brauchen, um dort zu gewinnen“. Vor allem der Angriff muss wieder ins Rollen kommen. Zwar konnte Gladbach die während der Niederlagenserie anhaltende Torflaute beenden, doch die drei Treffer fielen durch zwei Mittelfeldspieler und ein Eigentor. Deshalb wünschte Hecking sich, „dass auch unsere Angreifer bald wieder treffen“. Die Borussia macht sich ohne Raffael, Ibrahima Traoré, Julio Villalba, László Bénes, Mamadou Doucouré, Tobias Strobl und Fabian Johnson auf den Weg nach Leverkusen. Erst nach der Länderspielpause dürfte sich das Lazarett lichten.

Bayer 04 Leverkusen: Leno – L. Bender, Tah, S. Bender, Wendell – Kohr, Aránguiz – Volland, Brandt, Bailey – Alario

Borussia Mönchengladbach: Sommer – Oxford, Ginter, Vestergaard, Elvedi – Zakaria, Kramer – Hofmann, Hazard – Stindl, Bobadilla

Leverkusen will Gladbach auch im dritten Aufeinandertreffen in dieser Saison eine Niederlage zufügen und hielte sich auf diese Weise die Konkurrenz vom eigenen Leib. Die Borussia dagegen muss siegen, um den Anschluss an Europa nicht zu verlieren und wird alles daran setzen, drei Punkte mitzunehmen. Aufgrund der offensiven Spielweisen beider Mannschaften dürfte ausschlaggebend sein, welche Abwehrreihe den gegnerischen Angriff besser in Schach halten kann.