Löw nominiert Neuer und verzichtet auf Götze

Bundestrainer Joachim Löw hat bei der Nominierung seines vorläufigen Kaders für Überraschungen gesorgt. Unter anderem gehören Manuel Neuer und Nils Petersen zum Kader, Sandro Wagner und Mario Götze sind nicht dabei.

Die Mannschaft bricht am 12. Juni von Frankfurt/Main aus nach Russland auf, wo sie in Watutinki nahe Moskau ihr Quartier beziehen wird. Am 17. Juni startet die DFB-Elf in Moskau gegen Mexiko ins Turnier, weitere Gruppengegner sind Schweden (23. Juni in Sotschi) und Südkorea (27./Kasan). Vier Spieler müssen noch aus dem Kader gestrichen werden. „Mein Job als Bundestrainer ist es leider auch, Träume platzen zu lassen und harte Entscheidungen zu treffen“, sagte Löw. Neben Götze steht auch Wagner nicht im vorläufigen 27-köpfigen Aufgebot mit neun Weltmeistern und 14 Confed-Cup-Siegern. „Es ist nie gegen einen Spieler, immer im Sinne der Mannschaft und des Gesamterfolges“, betonte Löw, er ließ keinen Zweifel an der Zielsetzung: „Wir wollen diesen Titel wieder nach Deutschland holen.“

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Dafür setzt Löw auch auf den Freiburger Petersen, mit 15 Toren bester deutscher Schütze in der abgelaufenen Bundesliga-Saison. „Von ihm verspreche ich mir einiges. Er ist auch ein sehr, sehr guter Joker“, sagte Löw. Das klang schon danach, dass sich Petersen, der bisher kein A-Länderspiel bestritten hat, wenig Sorgen machen muss, aus dem endgültigen 23er-Kader zu fliegen. Dieser muss bis zum 4. Juni beim Weltverband FIFA gemeldet werden. Verletzte Spieler können allerdings noch bis 24 Stunden vor dem ersten Gruppenspiel ausgetauscht werden. Neuer könnte dann fehlen. „Ohne Spielpraxis in eine WM zu gehen, ist nach so einer langen Pause schier unmöglich“, sagte Löw, der sich im Trainingslager in Südtirol (ab 23. Mai) selbst ein Bild von der Verfassung des Torhüters machen möchte: „Danach werden wir offen und ehrlich reden, ob es für ihn möglich ist, die WM zu spielen.“

Schon für die Härtetests gegen Spanien (1:1) und Brasilien (0:1) war Dortmunds Götze nicht nominiert worden. „Es war nicht seine Saison. Er hat nicht seine Form gezeigt, die er bringen kann“, begründete Löw seine Entscheidung. Dafür setzt der Bundestrainer auf einen Dortmunder Teamkollegen: „Marco Reus hat eine besondere Gabe und ist eine außergewöhnliche Waffe. Er steht für außergewöhnliche Dinge“, sagte Löw. Für den verletzungsgeplagten Reus wäre es die erste WM. Für den angeschlagenen Abwehrchef Jérôme Boateng steht der Leverkusener Jonathan Tah als „Backup“ bereit. „Er hat sehr große Fortschritte gemacht“, sagte Löw, der mit Blick auf die im Museum aufgehängten 32 Fahnen der WM-Teilnehmer betonte, dass er den Kader auch danach beurteile, „wer unsere Spielidee am besten umsetzen kann“.

Tor: Bernd Leno (Bayer 04 Leverkusen), Manuel Neuer (FC Bayern München), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Paris St. Germain)

Abwehr: Jérôme Boateng (FC Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (FC Bayern München), Joshua Kimmich (FC Bayern München), Marvin Plattenhardt (Hertha BSC), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Niklas Süle (FC Bayern München), Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen)

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer 04 Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain), Mario Gómez (VfB Stuttgart), Leon Goretzka (FC Schalke 04), İlkay Gündoğan (Manchester City), Sami Khedira (Juventus Turin), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (FC Bayern München), Mesut Özil (FC Arsenal), Nils Petersen (SC Freiburg) Marco Reus (Borussia Dortmund), Sebastian Rudy (FC Bayern München), Leroy Sané (Manchester City), Timo Werner (RB Leipzig)

(cbe/sid)