Löw setzt auf Trapp, Khedira und Kroos

Auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Freundschaftsspiels gegen Frankreich (Dienstag, 20.45 Uhr) hat Bundestrainer Joachim Löw drei Spielern eine Einsatzgarantie ausgesprochen. Außerdem gab es reichlich Lob für den Gegner.

Wie so oft, gab Löw bereits am Tag vor dem Spiel erste Einblicke in seine Aufstellung. „Kevin Trapp spielt gegen Frankreich im Tor. Darüber hinaus kann ich verraten, dass Sami Khedira und Toni Kroos auf jeden Fall von Beginn an spielen“, gab der 57-Jährige am Montag bekannt. Für Trapp, den Ersatztorwart von Paris St. Germain, wird es der zweite Einsatz im DFB-Trikot. „Kevin hat im Training einen guten Eindruck gemacht, kennt zudem die Franzosen gut. Wir haben ein gutes Gefühl, diese Chance von Anfang an wollen wir ihm geben. Wir vertrauen ihm, er ist ein sehr guter Torwart“, sagte er zur Nominierung des 27-jährigen Ex-Frankfurters.

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Mit Khedira und Kroos setzt Löw im defensiven Mittelfeld auf zwei erfahrene Kräfte. Womöglich hat dies mit der großen Klasse des Gegners zu tun. „Frankreich besitzt gerade in der Offensive in der Breite eine ungemeine Qualität“, lobte der deutsche Bundestrainer. „Sie werden sicher vorne gefährlicher sein, als es England am Freitag war.“ Vor der Arbeit seines Trainer-Pendants hat Löw großen Respekt: „Ich finde es gut, dass Didier Deschamps so lange Trainer ist. 2014 waren die Franzosen schon gut, 2016 noch besser und jetzt haben sie wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Fußballerisch, spielerisch und taktisch sind sie besser geworden und das hängt im starken Maße mit dem Trainer zusammen.“

Löw will „Fehlerkultur zulassen“

Einen perfekten Auftritt seiner Mannschaft erwartet Löw am Dienstag nicht. Das Ergebnis ist für ihn in einem solchen Testspiel ohnehin von sekundärer Bedeutung. „Für mich ist es nicht unbedingt das Allerwichtigste, die Spiele zu gewinnen. Ich will die Fehlerkultur zulassen, damit man sie korrigieren und daraus lernen kann“, erklärte er. Viele Fehler gab es 2017 allerdings gar nicht zu korrigieren – das Länderspieljahr, das am Dienstag seinen Abschluss findet, hätte für die deutsche Nationalmannschaft kaum besser verlaufen können. Auch Löw zog eine positive Bilanz: „Dieses Jahr verlief, wie es wir uns gewünscht haben: kein Spiel wurde verloren, die Qualifikation wurde gut beendet. Alles lief sehr zufriedenstellend bislang.“

Der harte Konkurrenzkampf, der sieben Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft herrscht, hat dem Klima innerhalb der Mannschaft offenbar nicht geschadet. Das meint jedenfalls Mittelfeldspieler Kroos. „Ich sehe niemanden, der egoistisch spielt und nur sich selbst in Szene setzen will. Es ist schon ein gutes Miteinander“, sagte der 27-jährige Profi von Real Madrid. „Der Idealfall ist, wenn der Bundestrainer große Probleme hat, seinen Kader aufzustellen. Wir können sehr froh darüber sein, dass wir definitiv gute Alternativen und ein Gerüst von 30 bis 40 Spielern haben.“