Maina und Sarenren Bazee: Doppeltes Versprechen für die Zukunft

In der sportlichen Krise von Hannover 96 sorgen zwei Eigengewächse für positive Schlagzeilen: Linton Maina und Noah Sarenren Bazee zeigen vielversprechende Anlagen, Trainer André Breitenreiter bremst die Erwartungen an das talentierte Duo allerdings bewusst.

In Hannover galt die Jugendarbeit im vergangenen Jahrzehnt nicht gerade als Gütesiegel. Bis auf Konstantin Rausch und Jan Rosenthal gelang es keinem 96-Eigengewächs, sich in der Bundesliga zu etablieren – und auch die beiden Genannten erreichten allenfalls durchschnittliches Erstliga-Niveau. Die Nachwuchs-Flaute könnte bald Vergangenheit sein: In der jüngsten Bundesliga-Partie bei Borussia Dortmund (0:1) standen bei 96 am Ende drei Talente aus dem eigenen Unterbau auf dem Platz. Der 21-jährige Waldemar Anton ist bereits unumstrittene Stammkraft sowie U21-Nationalspieler, dem Innenverteidiger wird in naher Zukunft bereits eine Führungsrolle zugetraut. Als Joker kamen zudem der 18-jährige Maina und der 21-jährige Sarenren Bazee, zwei hochveranlagte Flügelspieler, die mit Dynamik und Spielwitz bestechen. Das Potenzial des Duos ist unverkennbar, doch Trainer Breitenreiter will beide behutsam heranführen.

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Sarenren Bazee ist keine frische Neuentdeckung bei den „Roten“. Der pfeilschnelle Nigerianer wurde gemeinsam mit Anton am Ende der Abstiegssaison 2015/16 aus der U19 zu den Profis hochgezogen und beeindruckte gleich mit seinen brandgefährlichen Flügelläufen. 23 Monate später liest sich die Krankenakte des Youngsters bereits wie die eines gestandenen Bundesliga-Profis. Eine Hüft-Operation, ein Sehnenriss im Oberschenkel sowie immer wiederkehrende Knieprobleme verhinderten, dass Sarenren Bazee in Hannover durchstartete. Erst 14 Startelf-Einsätze hatte er im Profibereich, dabei gelangen ihm immerhin beachtliche elf Scorerpunkte. Ist der Flügelflitzer fit, ist seine Qualität unbestritten, seit einem Jahr will er aber nicht mehr so recht auf die Beine kommen.

Maina bei Breitenreiter „in guten Händen“

Breitenreiter bleibt daher nach Sarenren Bazees erneuter Rückkehr besonders vorsichtig, vorerst setzt er den Dauerpatienten nur als Joker ein. „Ich bin im engen Austausch mit ihm, habe immer die Rückmeldung eingeholt, wie er sich fühlt“, meinte der 96-Coach laut Sportbuzzer. „Für 15 bis 20 Minuten reicht es schon.“ Der 44-jährige Fußballlehrer weiß freilich auch um die Stärken des Offensivtalents – verzichten möchte er darauf nur ungern. „Er hat eine Waffe mit seiner Schnelligkeit“, betonte er. Auch der drei Jahre jüngere Maina ist ein Hochgeschwindigkeits-Fußballer. Seit dem Winter gehört der U19-Akteur fest zum Profi-Aufgebot, im Februar unterschrieb er einen neuen Vertrag bis 2022. Gegen den BVB feierte er sein Profi-Debüt. „Er ist […] ein schneller Tempodribbler, was dem Spiel heute zu Gute kam“, bilanzierte Breitenreiter nach dessen fünfminütigen Kurzauftritt in Dortmund.

Der gebürtige Langenhagener ließ durchblicken, dass er nicht das letzte Mal auf Maina zurückgegriffen hat: „Auch in fünf Minuten kann er eine entscheidende Situation haben. Die hat er jetzt nicht gehabt, aber der Versuch war es auf jeden Fall wert und da scheue ich auch nicht das Risiko, einen U19-Spieler zu bringen.“ Auch beim U19-Nationalspieler, der am vergangenen Donnerstag sein erstes Tor für die DFB-Auswahl schoss, lässt es Breitenreiter aber langsam angehen. „Macht euch keine Sorgen, er ist bei mir in guten Händen“, sagte er nach der Vertragsverlängerung mit dem teilweise noch etwas unreif auftretenden Maina. „Es gibt genügend Spieler, die verheizt wurden und zu schnell zu groß gemacht worden sind“, warnte er. Diesen Fehler will Breitenreiter weder bei Maina noch bei Sarenren Bazee machen – die Hoffnung, dass beide in naher Zukunft bereits eine Hauptrolle spielen, ist dennoch groß.