Mainz will in Frankfurt die Revanche fürs Pokal-Aus

Einen Wendepunkt bedeutete die 0:3-Pokalpleite vor anderthalb Monaten für den 1. FSV Mainz 05. Beim erneuten Gastspiel bei Eintracht Frankfurt wollen die Rheinhessen nun punkten, um den Relegationsrang zu verlassen. Doch auch die Hessen brauchen Zählbares im Rhein-Main-Derby, um den nächsten Schritt Richtung Europa zu machen.

Wechselhaft verliefen die vergangenen Wochen für die Frankfurter. Auf einen Sieg gegen Leipzig folgte eine Niederlage in Stuttgart, auf einen Sieg gegen Hannover eine Niederlage in Dortmund. Der Eintracht scheint etwas die Stabilität abhandengekommen zu sein – auf Europapokal-Kurs allerdings ist der Klub angesichts von Platz fünf dennoch. Beim 2:3 gegen den BVB hätten zuletzt „Ruhe und Besonnenheit“ gefehlt, erklärte Niko Kovač. Dies aber, glaubt der Eintracht-Coach, sei lediglich eine „Sache der Erfahrung“. Setzen sich die jüngste Achterbahnfahrt und die Heimstärke fort, wäre gegen Mainz wieder ein Sieg angesagt. Dabei allerdings versuchte Kovač vorab, das Pokalspiel aus den Köpfen seiner Spieler zu verbannen. Mainz habe sich in den vergangenen Wochen „gut entwickelt“, sagte der 46-Jährige am Freitag. Der Gegner werde „sehr kompakt stehen und auf schnelle Umschaltsituationen lauern“. Verzichten muss die Eintracht weiterhin auf den Taktgeber im Mittelfeld: Omar Mascarell fällt aufgrund einer Fußverletzung aus und befindet sich in der Heimat.

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Unwahrscheinlich leicht hatte es Mainz den Frankfurtern beim Pokalduell im Februar gemacht. Mit mehreren Fehlern luden sie den Gegner regelrecht zu Toren ein. Nach dem anschließenden 2:4 gegen Hoffenheim jedoch stabilisierten die Rheinhessen ihre Defensive. Zwar stellt die Elf von Sandro Schwarz mit 43 Gegentoren noch immer die zweitschlechteste Abwehr der Liga – in den vergangenen vier Spielen jedoch agierte der Klub vergleichsweise sicher. Gerade mal zwei Gegentreffer setzte es in den jüngsten vier Partien, vier Punkte waren der Lohn. Nun wolle das Team „die defensive Stabilität aus den letzten Spielen mitnehmen“, erklärte Schwarz vorab. Im Vertrauen auf diese Sicherheit könne zudem für die Offensive neuer Mut entstehen, glaubt der 39-Jährige.

Eintracht Frankfurt: Hrádecký – Abraham, Hasebe, Salcedo – Wolf, Fernandes, Chandler – de Gúzman, Boateng – Jović, Rebić

1. FSV Mainz 05: Müller – Gbamin, Bell, Diallo – Donati, Brosinski – de Jong, Latza, Serdar – Ujah, Quaison

Platz 15 ist das Ziel der Mainzer. Mit einem Punktgewinn nämlich könnten sie sich am VfL Wolfsburg vorbeischieben, sollte dieser am Abend gegen Schalke unterliegen. Erstmals nach sechs Spieltagen würden die Rheinhessen den Relegationsrang wieder verlassen. Grundlage dafür allerdings ist eine erneut sichere Defensivleistung – anders als vor anderthalb Monaten. Frankfurt hingegen startet als Favorit ins Rhein-Main-Derby, muss aber jedes Gefühl der Überheblichkeit nach dem Pokalerfolg erst mal ausblenden.