Moisander hält Bremens Defensive zusammen

Nur vier Teams der Fußball-Bundesliga kassierten in der laufenden Saison weniger Gegentore als der SV Werder Bremen. Die Defensive, die in der Vergangenheit stets die Achillesferse der Norddeutschen war, steht derzeit sehr stabil. Und Niklas Moisander ist der absolute Abwehrchef der Bremer Hintermannschaft.

Der Finne war im Sommer 2016 vom italienischen Erstligisten Sampdoria Genua an die Weser gewechselt. Zuvor hatte Moisander viele Jahre für den AZ Alkmaar und Ajax Amsterdam in der niederländischen Eredivisie gespielt. Nach seinem Wechsel nach Deutschland hat sich der Innenverteidiger auf Anhieb zum Chef der Bremer Abwehr gemausert. Bereits in der vergangenen Spielzeit absolvierte der ehemalige finnische Nationalspieler 30 Bundesliga-Partien. Damals verteidigte er an der Seite des ebenfalls erfahrenen Lamine Sané. Seit der Ausbootung und dem anschließenden Abgang des Senegalesen lastet noch mehr Verantwortung auf den Schultern des 32-Jährigen.

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Mit dem Serben Miloš Veljković stellte ihm Trainer Florian Kohfeldt einen jungen, recht unerfahrenen Profi an die Seite. Der 22-Jährige fiel in den letzten Wochen vermehrt durch Unsicherheiten und Fehler auf. Umso wichtiger wurde Moisander, der die Geschicke der Bremer Verteidigung zumeist souverän und tadellos bestimmt. In der laufenden Saison kommt der Defensivspezialist bislang auf 21 Bundesliga-Einsätze. Zu Saisonbeginn hatte er fünf Spiele wegen eines Muskelfaserrisses aussetzen müssen. In diesen Partien holte Werder gerade einmal zwei Punkte. Nach seiner Rückkehr am sechsten Spieltag verpasste Moisander im deutschen Fußball-Oberhaus keine einzige Spielminute mehr.

Finne ist der lang gesuchte Naldo-Nachfolger

Vier Mal trug er in dieser Saison bereits die Kapitänsbinde der Grün-Weißen. Kohfeldt schätzt seine ruhige Art und solide Arbeit auf dem Platz. Moisander ist der Defensivspieler, auf den der Bremer Übungsleiter nicht verzichten kann und will. Er bringt die Erfahrung aus über 300 Erstliga-Spielen und 20 Champions League-Einsätzen mit und überträgt seine Ruhe auf die Teamkameraden. Mit dem abgeklärten Skandinavier holte sich Werder Stabilität und Ruhe in die einst so anfällige Defensive.

Während die Bremer Offensive auch unter Kohfeldt nicht an die Torgefahr der vergangenen Jahre heranreicht, gehört die Hintermannschaft der Norddeutschen zum Besten, was die Liga zu bieten hat. Sollte man sich also in den kommenden Wochen weiter von der Abstiegszone entfernen können, trägt daran vor allem die Defensive großen Anteil. Moisander ist das Herzstück dieser Defensive. Er koordiniert und organisiert seine Neben- und Vorderleute. Mit dem Finnen haben die Bremer endlich mal wieder einen verlässlichen Abwehrchef. Damit kann sich Moisander demnächst direkt bei Vereinslegenden wie Valérien Ismaël, Per Mertesacker oder dem heutigen Schalker Naldo einreihen.