Müller: „Keinem etwas daran gelegen, dass ich bleibe“

Nicolai Müller wechselt zum 1. Juli ablösefrei zu Eintracht Frankfurt und geht nicht mit dem Hamburger SV in die zweite Bundesliga. Das hätte aus der Sicht des Offensivspielers aber nicht zwingend sein müssen.

Wie Müller gegenüber der Bild erklärte, habe er lange auf ein Zeichen des HSV gewartet. „Bis weit nach der Saison ist kein einziger Verantwortlicher aus dem Klub mehr auf mich zu gekommen. Ich habe mir mit meiner Entscheidung lange Zeit gelassen, weil ich Hamburg nicht unter Druck setzen wollte. Aber offenbar hat keinem etwas daran gelegen, dass ich bleibe. Plötzlich hatte ich sogar das Image eines Söldners, der den Klub verlässt, nur weil er absteigt“, berichtete Müller.

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Während die Verträge mit anderen namhaften Akteuren wie Aaron Hunt, Lewis Holtby oder auch Gōtoku Sakai verlängert wurden, ließ der HSV den baldigen Frankfurter dabei komplett außen vor. Das zeigte sich auch im Verhältnis zu seinem Trainer. „Titz hat nie ein Wort mit mir geredet, er hat mich kein einziges Mal auf meine Zukunft angesprochen“, erzählte Müller, der es erst wieder am 33. Spieltag gegen Frankfurt in den Kader der „Hanseaten“ schaffte. Der Offensivspieler hatte sich bei einem Torjubel gegen den FC Augsburg am ersten Spieltag das Kreuzband gerissen und fiel deswegen fast die komplette Saison aus. Die zwei Trainerwechsel des HSV (Gisdol, Hollerbach) konnte Müller nur tatenlos mitverfolgen.

Bauchkribbeln, wie ein kleines Kind

Als die Eintracht den Angreifer schließlich kontaktierte, fiel ihm die Entscheidung nicht schwer: „Fredi Bobic rief mich nach der Saison an und danach hatte ich – wie ein kleines Kind – direkt Bauchkribbeln. Da kamen alte Emotionen hoch.“ Nach einem Gespräch mit Trainer Adi Hütter war die Sache relativ klar. „Mit seiner Philosophie, seinen Vorstellungen und seiner guten Art kann ich mich komplett identifizieren“, sagte Müller weiter zu seinem bevorstehenden Transfer. Der 30-Jährige lief für den HSV insgesamt 88 Mal auf und war dabei an 33 Toren direkt beteiligt.

(cbe/lre)