Nach Treffer in Köln: Schürrles Knoten endlich geplatzt?

André Schürrle hat bei Borussia Dortmund aktuell mächtig zu kämpfen. Der Offensivmann ist noch nicht richtig angekommen beim BVB, lieferte mit seinem Treffer beim 1. FC Köln (3:2) aber einen Lichtblick.

Nicht weniger als 30 Millionen Euro bezahlte Dortmund im Sommer 2016 für Schürrle, der damals vom VfL Wolfsburg an die Ruhr wechselte. Mit zwei Toren und drei Vorlagen in 15 Spielen konnte der Linksaußen den Erwartungen in seinem ersten Jahr nicht gerecht werden. Die Saison 2016/17 war für Schürrle jedoch bereits nach dem 25. Spieltag gelaufen. Eine Reizung der Achillessehne setzte ihn außer Gefecht. Was blieb, war das Hoffen auf Besserung in der neuen Runde.

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Auch die laufende Saison allerdings begann für Schürrle mit einem Rückschlag. Aufgrund eines Muskelfaserrisses verpasste der Angreifer die ersten neun Spieltage. Bis jetzt hat der Nationalspieler noch nicht wieder zu seiner Form aus alten Tagen gefunden. Das Resultat: große Kritik von außen. Berater Ingo Haspel als auch der Spieler wehrten sich in der jüngeren Vergangenheit gegen die Vorwürfe. Die Zahlen jedoch sprechen für sich und stützen den Angreifer kaum.

Linksaußen lässt die nötige Kaltschnäuzigkeit vermissen

Sieben Bundesliga-Einsätze, zwei Torvorlagen und ein eigener Treffer. Eine Statistik, die nicht wirklich dem entspricht, was die Fans der Borussia von einem 30-Millionen-Euro-Mann erwarten. Doch auch andere Werte zeigen, dass Schürrle im Vergleich mit seinen Konkurrenten hinterherhinkt. 13 Torschüsse gab der 27-Jährige in 426 Spielminuten ab. Das entspricht in etwa einem Torschuss alle 33 Minuten. Maximilian Philipp, der auf der Schürrle-Seite vor seiner Verletzung gesetzt war, kommt auf 30 Torschüsse in 719 Minuten und braucht demnach neun Minuten weniger als Schürrle, um das gegnerische Tor entsprechend in Gefahr zu bringen.

Auch die Effizienz von Philipp übersteigt die von Schürrle deutlich. Während der Ex-Freiburger jeden fünften seiner Abschlüsse verwandelte, steht Schürrle bei einem von 13 Versuchen und nutzt damit weniger als acht Prozent seiner Chancen. Folglich zeigt sich: Die Kritik am Nationalspieler ist zwar hart, entbehrt allerdings auch nicht jeglicher Grundlage. Mit seinem Siegtreffer in Köln könnte bei Schürrle dennoch der vielzitierte Knoten geplatzt sein. In den nächsten Wochen wird er angesichts der Personalsituation wohl noch mehrfach die Chance bekommen, seine Kritiker verstummen zu lassen.