Negativlauf gestoppt: Hannover schlägt Werder

Nach fünf Niederlagen in Folge gelang Hannover 96 im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen der ersehnte Befreiungsschlag. Martin Harnik und Felix Klaus sorgten für einen knappen 2:1 (2:0)-Erfolg.

André Breitenreiter stellte im Vergleich zur 2:3-Niederlage gegen Leipzig auf gleich fünf Positionen um. Die verletzten Waldemar Anton (Muskelsehnenverletzung) und Jonathas (Muskelfaserriss) wurden durch Josip Elez und Niclas Füllkrug ersetzt. Des Weiteren durften Miiko Albornoz, Iver Fossum und Ihlas Bebou statt Matthias Ostrzolek, Pirmin Schwegler und Julian Korb von Anfang an ran. Bei Werder kamen Marco Friedl, Sebastian Langkamp und Florian Kainz für Ludwig Augustinsson (Oberschenkelverletzung), Niklas Moisander (Gelbsperre) und Zlatko Junuzović frisch in die Mannschaft.

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Hannover kam in der heimischen HDI-Arena gut in die Partie und versuchte vom Anpfiff weg, Druck auf die Gäste auszuüben. Bereits in der Bremer Hälfte begannen die Hausherren in Person von Füllkrug und Harnik mit dem Pressing gegen den Ball. Die erste gute Möglichkeit erspielte sich aber Werder, als Max Kruse links im Strafraum scharf in die Mitte spielte und Maximilian Eggestein die Hereingabe mit dem langen Bein nur knapp verpasste (14.). Auf der Gegenseite ging 96 mit der ersten Chance direkt in Führung: Nach einer flachen Flanke auf den ersten Pfosten von Linksverteidiger Albornoz vollendete Harnik, der einen Schritt schneller als Langkamp war, ins kurze Eck (17.).

Klaus legt vor der Halbzeit nach

Bremen versuchte zu antworten, doch ein Kopfball von Delaney wurde am Elfmeterpunkt geblockt, Kruses Nachschuss aus 16 Metern flog weit drüber (25.). Es ging weiterhin munter Hin und Her, doch bis zur nächsten guten Chance mussten die Zuschauer rund zehn Minuten warten, ehe Jiri Pavlenka bei einem Kopfball von Harnik nach Sorg-Flanke eingreifen musste (34.). Hannover überzeugte vor allem im Zweikampfverhalten und zog den Hanseaten auf diese Weise den Zahn. Drei Minuten vor der Pause legten die Niedersachsen dann nach. Marvin Bakalorz scheiterte nach feiner Vorlage von Bebou mit einem Heber über Pavlenka zunächst noch am Pfosten, doch Klaus staubte aus kurzer Distanz ins leere Tor ab (42.). Mit diesem Zwischenstand ging es in die Kabinen.

Werder-Coach Florian Kohfeldt reagierte in der Halbzeitpause und brachte Junuzović für Kainz ins Spiel. Der Österreicher war auch gleich an der ersten gefährlichen Aktion im zweiten Durchgang beteiligt. Eine scharfe Hereingabe von Junuzović rechts innerhalb des Strafraums wurde vor die Füße von Delaney geblockt, der aus 16 Metern aber leicht verzog und mit seinem Schuss einige Meter links am Tor vorbei zielte (54.). Kurz darauf hatte Kruse die nächste Möglichkeit, doch sein abgefälschter Schuss landete in Philipp Tschauners Armen (57.). Insgesamt taten die Gäste sich sichtlich schwer gegen robuste Hannoveraner, auch wenn diese selbst im Angriff nicht gefährlich wurden.

Belfodil mit dem Anschluss

Die Hausherren spielten mit der Führung im Rücken nicht mehr so druckvoll wie noch im ersten Durchgang, sondern ließen Werder weiter kommen und lauerten auf Konter. Bei einem dieser schnellen Gegenangriffe war Bebou links nicht zu stoppen, seine Hereingabe klärte Langkamp im Zentrum per Grätsche gerade noch vor dem einschussbereiten Harnik (72.). Eine knappe Viertelstunde vor dem Schlusspfiff wurde es wieder spannend. Delaney knallte den Ball technisch hochwertig per Volleyschuss von der linken Außenbahn ins Zentrum, wo Ishak Belfodil mit dem Kopf zur Stelle war und von der Unterkante der Latte ins Tor traf (74.).

Der Anschlusstreffer brachte Werder neuen Mut und leitete eine spannende Schlussphase ein. Belfodil scheiterte nur kurz nach seinem Treffer im Eins-gegen-eins an Tschauner (76.). Dessen Gegenüber stand ebenfalls im Blickpunkt, als Bebou auf rechts durchkam, aber aus spitzem Winkel an Pavlenka scheiterte (83.). In der vierminütigen Nachspielzeit vergab Langkamp die Riesenchance auf den Ausgleich, als er überrascht von der sich bietenden Möglichkeit aus vier Metern drüber schoss (90.+1). So blieb es beim knappen Erfolg für die 96er, die dadurch in der Tabelle bis auf einen Punkt an Bremen heranrückten.