Neue Euphorie nach dem Antedankfest

Foto: Lars Baron/Bongarts/Getty Images

Ein Jubelsturm ging durch Frankfurt, als am Freitag die Vertragsverlängerung von Ante Rebić bekannt gegeben wurde. Kontinuität herrscht auch in der sportlichen Führung. Zum kollektiven Eintracht-Glück fehlt nur noch ein Triumph im Supercup.

Das schelmische Grinsen war Fredi Bobic deutlich anzusehen, als er am Freitag die Bombe platzen ließ. Bis zum Ende der Pressekonferenz hatte sich der Eintracht-Sportvorstand die überraschende Nachricht aufgehoben: Rebić bleibt in Frankfurt und verlängert bis 2022. Nur wenige Sekunden dauerte es, ehe sich die Nachricht in ganz Fußball-Deutschland verbreitet hatte. Keine andere Personalie hatte die Hessen in den vergangenen Wochen derart bewegt wie der mögliche Abschied des Stürmers. Im Hintergrund hatte die Marketingabteilung der Eintracht bereits ganze Arbeit geleistet: Im Netz kursierte das durchaus kreative Schlagwort #Antedankfest, im Fanshop gab es die Rebić-Beflockung kostenlos zu jeder Trikotbestellung.

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Verlängerung eines umworbenen Leistungsträgers statt Abschied, eine solche Entscheidung hatte es lange nicht gegeben bei der Eintracht. Lang schließlich ist die Liste der in den vergangenen Jahren verlorenen Spieler, von Kevin Trapp vor drei Jahren bis Kevin-Prince Boateng, Omar Mascarell, Marius Wolf und Lukáš Hrádecký in der aktuellen Transferperiode. „Finanziell wesentlich bessere Angebote“ habe er gehabt, sagte nun auch Rebić, dennoch fiel die Entscheidung zugunsten der Eintracht aus – bei der er mit kolportierten drei Millionen Euro Jahresgehalt zum Topverdiener aufsteigt. Nach der gedrückten Stimmung infolge der Verluste war urplötzlich die Euphorie zurück.

„Sehr gutes Gefühl mit dem neuen Trainer“

Sportlich könnte sich die Entscheidung für die Eintracht noch als goldrichtig herausstellen. Schnellen Umschaltfußball will der neue Coach Adi Hütter spielen lassen, ein Fußball, für den der schnelle und trickreiche Rebić wie gemacht scheint. Künftig könnte der kroatische WM-Finalist noch wertvoller werden für die Eintracht – und sich damit einerseits fußballerisch weiterentwickeln und andererseits seinen Marktwert noch weiter steigen. „Mit seiner Dynamik und Schnelligkeit passt er ganz hervorragend in das System unseres Trainers“, sagte daher auch Bobic am Freitag. Rebić selbst erklärte: „Ich habe ein sehr gutes Gefühl mit dem neuen Trainer und freue mich, künftig mit ihm zusammenzuarbeiten.“

Doch nicht nur sportlich ist die Verlängerung ein Ausrufezeichen, sondern auch finanziell. Bislang hatte sich die Eintracht den Millionenangeboten der übermächtigen Konkurrenz stets beugen müssen. Im Falle Rebićs lief es nun bekanntlich einmal anders. Die Verlängerung zeige, „dass wir in Sachen Wirtschaftlichkeit einen weiteren Schritt nach vorne gemacht haben“, ergänzte Bobic, der am Vortag seine Vertragsverlängerung bis 2023 bekannt gegeben hatte. Ebenso lange bleibt Marketingvorstand Axel Hellmann, Sportdirektor Bruno Hübner verlängerte bis 2021. Bruda, mach die Verträge lang!

Kampfansage gen München und Kovač

Regelrecht euphorisiert waren die Eintracht-Fans am Freitag von all diesen Nachrichten. Mit personeller Kontinuität hatte der Verein schließlich lange nicht glänzen können. Die Sorgen nach dem Umbruch waren für einige Stunden wie weggeblasen. Mit frischer Energie geht es nun in den Supercup am Sonntag. Besonders im Fokus, natürlich: Rebić. Im bis dato letzten Aufeinandertreffen mit dem FC Bayern hatte der 24-jährige Angreifer die Eintracht mit zwei Toren schließlich zum 3:1-Triumph im Pokalfinale geschossen. „Auch wenn wir nun einen anderen Coach und ein etwas anderes Team haben, besteht am Sonntag wieder die Möglichkeit, die Partie zu gewinnen“, schickte der Kroate schon mal eine Kampfansage gen München.