Nürnberg: Mathenia und Bauer machen Dampf

Foto: Christof Stache/AFP/Getty Images

Der 1. FC Nürnberg hat sich nach der Rückkehr in die Bundesliga neben jungen Perspektivspielern auch mit Torhüter Christian Mathenia vom Hamburger SV und Rechtsverteidiger Robert Bauer vom SV Werder Bremen verstärkt. Die beiden Profis mit Erstliga-Erfahrung kommen mit Startelf-Ambitionen nach Franken.

Mathenia wechselte mit der Empfehlung aus 71 Bundesliga-Partien und 34 Zweitliga-Spielen nach Nürnberg. Der 26-Jährige war zuletzt beim Hamburger SV unter Vertrag. Dort war er noch in der Saison 2016/17 die Nummer zwei hinter René Adler, kam aber wegen dessen Verletzungsproblemen zu immerhin 14 Einsätzen. In der vergangenen Spielzeit lieferte er sich ein Duell mit Julian Pollersbeck, das er zum Saisonfinale hin unter Trainer Christian Titz verlor. Vor seiner Zeit beim HSV war Mathenia die klare Nummer eins beim SV Darmstadt 98 und stieg mit den „Lilien“ in der Bundesliga auf, wo er ihnen zum Klassenerhalt verhalf. Nun will sich der gebürtige Mainzer bei den Franken durchsetzen und Fabian Bredlow auf die Bank verdrängen.

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Bredlow spielt selbst erst seit Sommer 2017 beim „Club“, zuvor war der ehemalige deutsche U20-Nationaltorhüter beim Halleschen FC in der dritten Liga aktiv. Der 23-Jährige kennt die Konkurrenzsituation aus der vergangenen Saison: In der Hinrunde musste Bredlow zumeist Thorsten Kirschbaum den Vortritt zwischen den Pfosten lassen. Nach der Winterpause hatte sich der Schlussmann jedoch endgültig durchgesetzt und lief mit Ausnahme des 31. Spieltags stets von Beginn an auf. Laut den Kicker-Noten zählte er zu den schwächeren Stammkeepern der zweiten Liga, in 22 Partien musste er allerdings auch nur 22 Mal hinter sich greifen.

Bauer möchte sich wieder empfehlen

Im Gegensatz zu Mathenia hat Defensivspieler Bauer keinen langfristigen Vertrag unterschrieben, sondern wurde lediglich für eine Saison aus Bremen ausgeliehen. Der 23-Jährige hatte sich 2015 beim FC Ingolstadt im deutschen Fußball-Oberhaus etabliert. 2016 erfolgte der Wechsel an die Weser. In seiner ersten Spielzeit im Werder-Trikot erarbeitete sich der Vize-Olympiasieger als Allrounder einen Stammplatz. 27 Partien absolvierte Bauer auf der Position des Rechtsverteidigers, des Linksverteidigers, auf den offensiven Flügeln und im zentralen Mittelfeld. In der abgelaufenen Saison schwand der Bedarf am Pforzheimer unter Coach Florian Kohfeldt zusehends. Beim „Club“ will Bauer sich wieder empfehlen.

Dabei bekommt er es mit dem drittbesten Vorlagengeber der vergangenen Zweitliga-Saison zu tun: Enrico Valentini zählt mit seinen 29 Jahren schon zum alten Eisen im Nürnberger Kader. Mit elf Torvorbereitungen spielte sich der Deutsch-Italiener 2017/18 allerdings in den Fokus und trug erheblichen Anteil am Aufstieg. Der gebürtige Nürnberger stammt aus dem Nachwuchs der Franken. 2010 schloss er sich dem VfR Aalen an, dort agierte er in der Regel im Mittelfeld. Erst nach seinem Wechsel nach Karlsruhe im Jahr 2014 wurde der Rechtsfuß zum Verteidiger umgeschult. 2015 musste er sich mit dem KSC in der Relegation noch knapp dem Hamburger SV geschlagen geben, nun brennt er auf seine ersten Erfahrungen in der Bundesliga.

„Club“-Profis müssen an die Leistungsgrenze gehen

Der 1. FC Nürnberg hat sich in der Transferperiode bislang vorrangig quantitativ verstärkt. Mit Mathenia und Bauer haben die Franken allerdings zwei hungrige Profis verpflichtet, die den Konkurrenzkampf gewohnt sind und anfeuern werden. Aus den bereits absolvierten Testspielen des Sommers lässt sich weder auf der Torhüter-Position noch auf rechts hinten eine Tendenz ablesen. Mathenia und Bredlow wechselten sich zu jeder Halbzeit ab, Valentini und Bauer verbuchten etwa dieselben Einsatzzeiten. Der Kampf um die Startelf-Plätze dürfte wohl bis zum Saisonstart spannend bleiben. Der „Club“ wird diesen Druck im Kader benötigen, um die Spieler an ihre Leistungsgrenzen zu treiben und den direkten Wiederabstieg zu vermeiden.